Schlagwörter

,

Bei Moritz hatte ich schon immer einen ganz dicken Stein im Brett, er liebt mich aus ganzem Herzen – aber bei Nicki habe ich einen schweren Stand, obwohl ich mich seit Jahren um sie bemühe. Sie liebt Udo, ich bin da nur fütterndes Beiwerk.
Früher dachte ich, sie kann mich nicht leiden – aber so schlimm ist es gar nicht. Sie mag mich schon, aber sie war schon immer eher reserviert und man muß sich ihre Zuneigung wirklich schwer verdienen.
Dass es schön sein kann, sich auf den Arm nehmen zu lassen, ohne einen Sekundenbruchteil später schon wieder davon zu springen, dass hat Udo ihr ganz mühsam über Jahre hinweg beigebracht. Und heute müßtet ihr sie mal sehen, wenn Udo sie hochnimmt – desto wilder er sie durchwalkt und knuddelt, wobei sie wie ein Baby auf dem Rücken in seinen Armen liegt, desto begeisterter schnurrt, quiekt und gurrt sie. Er kann sie hochwerfen und auffangen – sie ist begeistert und ihr Vertrauen in ihn ist grenzenlos.
Für Nicki waren die letzten Wochen ohne Udo bestimmt besonders schwer, ersetzen kann ich ihn ihr nicht – viel mehr als Grundversorgung war nicht drin, ich bin tagsüber arbeiten. Dementsprechend sind beide Stoppelhopser zur Zeit bei Wind und Wetter viel draussen unterwegs und kommen eigentlich nur zum Fressen und Schlafen nach Hause – mehr Unterhaltung gibt es hier zur Zeit nicht.
Umso erstaunter war ich gestern Abend, als ich zur Schlafenszeit plötzlich mein kuschelig vorbereitetes Bett besetzt fand – Nicki lag fest zusammengerollt am Kopfende. Also habe ich Decke und Kissen ein wenig zur Seite gezogen, hab mich dazugelegt und gefreut, dass sie nicht sofort aufgesprungen und gegangen ist, wie es sonst oft ihre Art ist. Im Dunkeln hörte ich sie sich putzen und schnurren und dann sind wir beide eingeschlafen. Irgendwann Nachts ist sie über mich hinweggestakst und aus dem Bett gehopst…
Aber morgens zum Weckerklingeln war sie wieder da – als ich mich gerade räkelte, saß sie schwupps zwischen meinen Beinen und begann mit ihrer Morgenwäsche. Und ließ sich ganz geduldig streicheln und sogar zu, dass ich ihr auf den Pelz rückte, um meine Stirn an ihre zu legen…

Christina

Advertisements