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Als Nicki mich heute morgen eine halbe Stunde vor dem Weckerklingeln aus den Federn holte, war es noch dämmerig draussen. Sie hatte die Nacht brav oben auf meinem Schlafzimmerschrank verbracht – nachdem die Schlafräume wochenlang wegen unserem ‚kleinen‘ Flohproblem absolute Katzensperrzone waren, hatten wir mein Zimmer gestern wieder frei gegeben.
Heute früh pfötelte sie schon eine ganze Weile an Udos geschlossener Tür herum – erst hatte ich das Geräusch in meine Träume eingebaut, aber irgendwann ließ es sich nicht mehr ignorieren…
KritzKratzScharrSchab… Geschlossene Zimmertüren fordern ihren ganzen Ehrgeiz… :mrgreen:

Ich schwang mich also aus dem Bett in den grauen kalten Morgen, um den Katzen die Futterschälchen zu richten. Moritz war schon draussen unterwegs, wie häufig morgens. Vor dem Vergnügen erst die Arbeit, er nimmt seine Revierkater-Aufgaben sehr ernst! 😉

Als ich das Katzenfrühstück endlich vorbereitet hatte – Moritz‘ Portion mit zermahlenem Caniviton verrührt, Leckersticks mit chinesischen Kräutertablettenvierteln präpariert, Schmerzmittel in einem Schluck Sahne versteckt – und Nicki ihr flott bereitetes Schälchen Frischfleisch bereits verschlungen hatte, entdeckte ich Moritz draussen im Garten unter einem Baum.

Er saß da ganz lässig, schaute sich kurz zum Haus um, als wir die Rolläden hochzogen – machte aber keinerlei Anstalten, zum Frühstück kommen zu wollen. Er spähte mal nach links, mal nach rechts in die Nachbargärten und immer wieder nach oben in die Birke, unter der er saß – und hatte offensichtlich alle Zeit der Welt…

Als ich näher hinschaute, entdeckte ich auch den Grund für seine Lässigkeit: etwa 3 Meter über ihm in einer Astgabel saß eine dreifarbige Katze und wartete auf ihre Chance zur Flucht. Um das Patt aufzulösen stieg ich – immer noch im Schlafanzug – in meine Gummigaloschen und ging hinaus, um Moritz wegzulocken oder notfalls zu tragen…
Die Katze maunzte ein paarmal laut, als sie mich sah – hatte dann aber mehr Angst vor mir als vor Moritz und stürzte sich todesmutig vom Baum herab, um in großen Sprüngen zu flüchten – Moritz dicht auf ihren Fersen. Im Nachbarsgarten wurde sie gestellt, die Arme. Das Kreischen und Fauchen war bis in’s Haus zu hören – ich hoffe sehr, es war vor allem Show und dass es nicht zuviel Prügel setzte…

Eine Zeit später kam Moritz wieder herangestiefelt, um rund um die Birke den Boden abzuschnuppern. Er schaute auch genau nach, ob die Astgabel nun wirklich katzenfrei war – am liebsten hätte er auch da oben geschnuppert, aber das Vergnügen war wohl den mühsamen Aufstieg nicht wert. 😎

Christina

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