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Für uns begann die Veränderung schleichend, wir bekamen den Anfang gar nicht richtig mit – aber irgendwann war klar: Moritz benutzt die Katzenklappe in der Tür von der Küche zum Keller nur noch, wenn wirklich gar keiner da ist, der ihm die Tür aufhalten kann. Spleenige Angewohnheit eines capriziösen Katers, dachten wir…

Bis sich aus seinem Verhalten herauskristallisierte, dass er vor allem dann nicht durch die Klappe wollte, wenn Nicki in der Nähe war.

Im letzten Jahr hatte ich schon einmal feststellen müssen, dass Nicki sich an ihrem Futterplatz in der Küche nicht etwa darum stundenlang aufhielt, um verfressenerweise auf die nächste Mahlzeit zu warten – nein, dieser Platz lag strategisch günstig direkt neben der Laufroute aus dem Wohn-/Esszimmer zur Katzenklappe oder zu Moritz‘ Futterplatz weiter im Kücheninneren!
Und während sie für uns die hungrige Unschuldskatze mimte, attackierte sie Moritz, sobald er an ihr vorbei wollte und sprang ihm von hinten ins Kreuz, wenn er auf dem Weg nach draussen bereits halb in der Katzenklappe steckte!

Ich habe ihren Futterplatz dann an das hinterste Ende des Wohnzimmers verlegt – bei der Entscheidung ‚Fressen oder Mobben?‘ gab sie dann doch dem Fressen den Vorrang und hielt sich mehr an ihrem neuen Futterplatz auf als in der Küche.

Nun hatte sie dieses Jahr – vielleicht durch ihr erfolgreiches Abspecken und den nun kleineren Hunger – plötzlich Zeitressourcen, neue Mobbing-Strategien zu entwickeln…
Leider längere Zeit im Verborgenen, es fiel uns nur auf, dass Moritz die Katzenklappe nicht mehr benutzen wollte.

Bis Udo sie auf frischer Tat ertappte!
Angelockt durch den scheppernden Lärm ging er nachschauen und erwischte Nicki, wie sie auf dieser Seite der Tür aufrecht auf ihrem kleinen Hintern saß und die Katzenklappe mit beiden Vorderpfötchen wie einen Punchingball boxte, dass sie dem armen Moritz direkt dahinter nur so um die Ohren flog!
Aua – das gibt richtige Beulen, wenn man das Teil mit Schwung ins Gesicht kriegt! 😯

Irgendwie scheint diese Küchentür mit der Katzenklappe die Schranke zwischen Moritz‘ Vorherrschaft draussen und Nickis Vorherrschaft innerhalb der Wohnung zu sein.

Wir erwischen Moritz nämlich umgekehrt immer wieder dabei, dass er Nicki draussen verfolgt und durch den Kellerschacht und die dortige Katzenklappe die Kellertreppe hinauf bis vor die Küchentür jagt!
Wenn sie eilig durch die Klappe in die Wohnung schlüpft, kann man darauf wetten, dass bei einem Öffnen der Küchentür der vor Anstrengung keuchende Moritz dahintersitzt. Nicht mal sein Asthma hält ihn von diesen Verfolgungsjagden ab.

Eine wirkliche Lösung für das Problem habe ich nicht – außer aufzupassen, abzulenken und immer wieder dazwischen zu gehen.

Aber obwohl Udo viel Zuhause ist, sind die beiden doch auch immer wieder miteinander alleine und müssen sich irgendwie arrangieren.

Seufz.

Christina

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