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Unser abendlicher Gartenspaziergang hatte Moritz und mich heute an unseren Teich geführt – und während wir noch mit Jagdspielen auf einen langen Grashalm beschäftigt waren, sah ich aus den Augenwinkeln hinter mit etwas im Teichwasser strampeln…

Im ersten Augenblick dachte ich an ein Entenküken – aber es versuchte sich so verzweifelt mit ausgebreiteten Flügelchen über Wasser zu halten, dass ich lossprintete zur anderen Teichseite, um mir dort den langstieligen Kecher zu greifen und das kleine strampelnde Etwas vorsichtig aus dem tiefen Wasser zu fischen.

Es war eine junge Kohlmeise, die ich da pitschnass und zitternd in der Hand hielt. Im ersten Moment dachte ich, sie hätte sich ernsthaft verletzte – aber das dicke nackte Etwas vorne an ihrem Hals war eine fette Zecke! Ich trug das kleine Wesen zum Haus und Udo entfernte die Zecke vorsichtig mit einem Zeckenhaken. Ich tupfte das zitternde Vögelchen halbwegs trocken und setzte es dann – locker in ein kleines Handtuch gehüllt – auf das flache Dach unseres Carports.

Der kleine Quax

Dort oben kann ich von unserer Terrasse aus hinauflangen, wenn ich auf einen Gartenstuhl klettere – die Terrasse ist durch eine Mauer vom Carport getrennt.
Dort sitzt es nun seit einer Stunde unter meiner Aufsicht und ausser Katzenreichweite – ich habe unseren Snuggle-Safe aufgewärmt und dem Vogelkind untergeschoben und es jetzt – bei Einbruch der Dunkelheit – mitsamt Handtuch und Wärmekissen in unseren frischausgewaschenen, auf der Seite liegenden Bioabfalleimer als Wetterschutz geschoben.

Ich hoffe, es übersteht die Nacht – denn nachdem ich es aus dem Teich gezogen hatte, atmete es kleine Wasserblasen aus. Mit Wasser in der Lunge hat es wohl keine Chance…
Ich dachte mir, da draussen hört es wenigstens die gewohnten Geräusche zum Trost – und Eltern und Geschwister sind auch nicht weit. Wenn es sich bis morgen früh erholt hat, kann es sich ihnen wieder anschliessen.

Christina

Nachtrag vom 2. Juni 2011:
Die kleine Meise hat die Nacht leider nicht überlebt, heute früh lag sie tot neben ihrem provisorischen Nest.
Gute Reise, kleine Seele…

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