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Ich weiß nicht, wie es euch geht – aber für mich ist der Beginn des Sommers und überhaupt das Erleben der Natur ganz fest mit Kindheitserinnerungen verbunden.
Die ersten Jahre meines Lebens bin ich auf dem Bauernhof meiner Großeltern aufgewachsen und ich zehre bis heute von der Naturnähe, die ich damals dort erfahren habe. Naja – in den 60ern waren Bauernhöfe noch naturnah…

Großvater und Onkel hielten Milchvieh und Schweine und in Haus und Stallungen wimmelte es von Fliegen. Meine schönsten Erinnerungen sind ganz fest mit den unermüdlich durch die offenen Stallfenster ein- und ausfliegenden Schwalben verknüpft, mit den hoch oben unter der gekalkten Stalldecke klebenden Schwalbennester, den weit aufgesperrten ewighungrigen Schnäbeln der Jungvögel…

Als ich mit 5 Jahren fortzog, immerhin 2 Dörfer weiter, begleiteten mich die Schwalben auch weiterhin.
Die kleineren Nebenstraßen waren noch nicht asphaltiert und vor unserem Haus bildeten sich nach jedem Regenschauer große lehmige Pfützen, aus denen die Schwalben ihr Nestbaumaterial schöpften. Aus dem Teich hinter unserem Haus tranken sie im Flug, indem sie bei ihren halsbrecherischen Überflügen kurz ins Wasser platschten – manche geschickt nur mit dem Schnabel, andere nahmen ungeschickt ein halbes Vollbad und schafften es trotzdem, sich wieder in die Lüfte zu erheben.

Seit meiner Kindheit liebe ich Schwalben und ohne ihre schnittigen Überflüge und ihr fröhliches Gezwitscher ist es für mich kein Sommer!

Ihr Leben und Überleben ist in den vergangenen Jahrzehnten nicht leichter geworden – wo gibt es noch Bauernhöfe, so wie früher – in deren Stallungen Schwalben es schaffen, ihre Brut großzuziehen?
Hier bei uns auf dem Lande werden fast nur noch Hühner- und Schweineställe aus dem Boden gestampft, die der EU-Norm genügen. Die Frischluftzufuhr erfolgt durch Klimaanlagen – nicht durch geöffnete Fenster. Keine Schwalbe hat eine Chance, in diese Festungen einzudringen.
Und wenn sie doch einen passenden Stall gefunden haben, wo finden sie den Lehm für den Nestbau?

Sie müssen Geheim-Tipps kennen, denn jedes Jahr im April kehren sie zurück aus Afrika, um hier, im immer Schwalben-unwirtlicheren Deutschland, ihre Nester zu bauen und ihre Jungen großzuziehen.

Heute bin ich beim Blättern im Internet über die Wildvogelhilfe auf Schwalbenhäuser gestossen, die könnte man mit etwas Geschick sogar selbst bauen.

Eine tolle Idee!

Christina

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