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An lauen milden Sommerabenden, wenn die Dämmerung allmählich in Dunkelheit übergeht, sich die Amseln in den umliegenden Gärten zeternd ihren Schlafplatz suchen, ein leichter Wind sachte ums Haus streicht und große schillernde Libellen wie kleine Hubschrauber an der Hecke entlangpatroullieren – an solchen Abenden verwandeln sich die Katzen neben mir, die mir gerade noch interessiert beim Blumengiessen zugeschaut haben, innerhalb eines winzigen Augenblicks in die unabhängigen Raubtiere, die sie tatsächlich sind.

Gerade noch hocken wir zu dritt zusammen, belauschten die Vögel beim Schlafengehen und inhalierten die milde Abendluft, prickelnd wie Champagner… im nächsten Moment spüre ich ihre Verwandlung, die Ohren sind auf Radardauerempfang, alle Sinne sind gespannt auf etwas gerichtet, was ich nicht wahrnehmen kann.

Dann erhebt sich der eine und schlendert scheinbar ziellos davon, einen Moment später der andere, schleicht in eine andere Richtung, ohne einen Blick zurück.

Sie nehmen ihr geheimes Jagdleben auf, nichts ist mehr zu spüren von den anhänglichen Schmusekatzen – aber wenn ich lange genug warte, kommt manchmal einer von beiden zurück und setzt sich zu mir, als wollte er unsere wortlose Zwiesprache wieder aufnehmen…

An diesen prickelnden Sommerabenden sind sie mir irgendwie fremd und trotzdem sehr nah…

Christina

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