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Moritz muss gerade einstecken.
Das liegt leider in der Natur der Dinge, auch der furchterregendste Herrscher aller umliegenden Gärten beginnt irgendwann zu altern.
Zuhause hat nun gerade mal wieder Nicki das Sagen – wenn er schwächelt, nutzt sie die Gelegenheit, um ihm ein paar neue Scheitel zu ziehen…
Das schmerzt ihn vielleicht mehr seelisch als körperlich – aber mir tut es weh, ihn so zu sehen, meinen stolzen Kater.

Es ist nun auch gerade einige Tage tagsüber niemand da, der bei Stress zwischen den beiden eingreifen kann – zum Füttern kommen daher die Futterautomaten zum Einsatz und wenn ich abends Nachhause komme, sehe ich, dass Nicki ihre Schälchen geleert, Moritz seine aber nicht einmal angerührt hat. Das ist nicht weiter schlimm, er holt dass nach, sobald ich da bin – aber das ist ein eindeutiges Zeichen dafür, dass er sich in unserer Abwesenheit nicht ins Haus traut, weil er die Konfrontation mit Nicki scheut.

In der letzten Zeit wurde Moritz nun auch schon wiederholt draussen ordentlich gezaust – gestern Abend stand er eine Stunde, nachdem ich ihn satt und halbwegs zufrieden hinaus gelassen hatte, wieder vor der Terrassentür – das Fell an Nacken, Seiten und Schultern total zerzaust und büschelweise ausgerupft. Das waren keine Abwehrspuren – nein, da hat ihm jemand im Kreuz gesessen und hat ihn nach Strich und Faden vermöbelt… Er ging murrend an mir vorbei, anfassen durfte ich ihn nicht, es war aber auch kein Blut zu sehen. Nach einem tröstendem Leckerchen zog er sich zurück, auf seinen neuen Lieblingsplatz – den Fußabtreter an der Kellertreppe…

Heute morgen lag er zu meiner Überraschung immer noch dort, eigentlich bricht er immer schon weit vor Morgengrauen zu seiner Garteninspektionsrunde auf. Er rappelte sich auf, ganz langsam und steifbeinig, und nachdem er einen Happen gefuttert hatte, durfte ich ihm die losen Haarbüschel abbürsten. Armer kleiner König…

Christina

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