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Alles ist befremdlich anders – und trotzdem irgendwie schön.
Allmählich spielt sich hier alles ein. Merle wird ruhiger und dreht nicht mehr so am Rad. Endlich frißt sie auch normal, da müssen wir uns keine Sorgen mehr machen. Kiri wirkt manchmal noch traurig und ich weiß nicht, ob es Trauer um Moritz oder Eifersucht auf die anschmiegsame Merle ist. Manchmal scheint ihr der quirlige Neuzugang zuviel zu werden, dann zieht sie sich zurück oder geht allein im Garten spazieren.
Aber dann spielen die beiden Kleinen auch wieder so herzerfrischend wild zusammen, dass sie doch auch Spaß aneinander zu haben scheinen.
Es ist so lustig mit den beiden Mietzi-Mädchen – beide sind extreme Plapperschnuten und kommentieren alles, was sie sehen und was sie tun. Von Nicki kennen wir das so gar nicht, die plaudert nur, wenn es Futter gibt.

Merle hat bereits entdeckt, dass es mit der Katzenklappe etwas Besonderes auf sich hat und man muss sie ständig davor wegschieben… Noch schwieriger wird es, wenn man mal kurz in den Keller oder zur Terrassentür hinaus möchte – was mit Kiri schon seit Wochen ganz selbstverständlich möglich ist, geht mit Merle derzeit noch nicht – sie darf noch nicht mit. Das ist anstrengend für alle Beteiligten – entweder plant man jede Erledigung sehr vorausschauend oder man muss Merle kurz wegsperren, um Stress zu vermeiden.

Wenn Nicki und Kiri in den Garten hinausgehen, sitzt Merle am Fenster und schaut sehnsüchtig. Kiris Gartenspaziergänge werden mehr und mehr zu Jagdausflügen, immer wieder bringt sie tote Mäuse mit Nachhause, augenscheinlich selbst gefangen. Meine kleine Süße wird erwachsen…

Neulich abends hat Nicki – ganz gegen unsere Abmachungen – ein totes Vögelchen in unserer Küche abgelegt. Bevor ich überhaupt irgendwie reagieren konnte, hatte Kiri es sich geschnappt und ist damit vor mir ins Schlafzimmer geflüchtet. Kein Gedanke an freiwillige Übergabe – ich musste es ihr regelrecht abjagen und sie hat es mir auch nur unter Zwang, knurrend und grollend, wieder ausgehändigt. Da nichts mehr zu retten war, habe ich sie mitsamt der kleinen Leiche auf die Terrasse gelassen – wo sie das arme kleine Opfer nach Herzenslust hochgeworfen und wieder aufgefangen hat, bis die Federn stoben… Seufz.

Nicki nimmt den ganzen Trubel erstaunlich gelassen. Sie kommt zum Fressen und zum Schlafen, liegt auch mal entspannt irgendwo in der Wohnung und beobachtet die Kleinen. Sie zieht sich nur noch selten in den Keller zurück. Wenn Merle viel zu aufdringlich wird, gibt es schon mal einen Faucher oder eine drohende Pfote – aber sie läßt sich sogar gefallen, dass Merle ihre neugierige Nase zu ihr in den Futternapf steckt…

Christina

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