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Seit gut einer Woche herrscht bei uns Stoppelhops-Mädels der Ausnahmezustand, denn Udo mußte letzte Woche Montag wieder in einer Frankfurter Klinik einchecken, 400 km von hier. Aber inzwischen kommen wir gut zurecht, wir vier – ich fahre mittags von der Arbeit Nachhause, um die Mädels zu füttern und ein wenig zu bespaßen, bevor ich wieder an meine Arbeit zurückkehre. Die drei warten schon auf mich, egal ob ich mittags oder abends komme – Nicki sitzt vorm Haus in der Hecke und hält bereits Ausschau und die beiden ‚Kleinen‘ halten meist noch ein Nickerchen, wenn ich ankomme. Miezen sind ganz wunderbar kompromissbereit…

Als ich neulich abends von der Hitze ermattet auf meinen Stuhl sinke, kommt Nicki durch die gerade aufgestellte Terrassentür aus der Dunkelheit hereingeeilt, läßt im Vorübergehen eine Maus fallen und verschwindet in der Küche, um die leeren Schälchen zu inspizieren. Ich denke ‚NEIIIN…‘ und dann ‚…ach, rührt sich eh‘ nicht mehr‘, greife nach meinem Taschentuch, um die Maus am Schwänzchen zu fassen – da rappelt sie sich auf und verschwindet im Eiltempo unterm Heizkörper im Dunkeln. Fluchend hole ich einen Waschlappen vom anderen Ende des Hauses, greife mir die große Taschenlampe, leuchte auf den Knien liegend einmal ins Dunkel – Volltreffer! Ein Griff und das Mäuschen zappelt im Lappen. Zack – sitzt es draussen an der frischen Luft. Das alles geht so schnell, dass ich gerade fertig bin, als Nicki aus der Küche zurückkehrt.
Häh, wie jetzt… lese ich auf ihrer Stirn, als sie prüfend ins Mauseversteck schaut. ‚Hat gut geschmeckt.‘ ist meine grinsende Antwort, während ich meine Jagdutensilien wegräume.

In der Nacht darauf fahre ich durch furiengleiches Katzengezeter vor meinem Fenster aus dem Tiefschlaf hoch. Licht an, aus dem Bett – und mir direkt an der Türkante eine fiese Beule holen, das war alles nur wenig mehr als ein Sekundenbruchteil. Als ich mit der Taschenlampe im Garten stehe ist alles wieder ruhig und niemand mehr zu sehen. Nur dass Merli am nächsten Morgen – einem Samstag – nicht zum Frühstück kommt und auch zum Mittags-Schälchen nicht wieder auftaucht. Alles rufen, pfeifen und absuchen bringt sie nicht herbei. Erst als meine Nerven schon völlig blank liegen, gegen halb fünf, kommt sie mir im Garten entgegen gehumpelt und weicht mir den Rest des Wochenendes kaum noch von der Seite.

Aaaaah, während ich das hier schreibe, eilt Nicki mit Mauseruf durch die zum Lüften offenstehende Terrassentür an mir vorbei in die Küche. Ich komme gerade rechtzeitig, um die dort auf dem Katzenhandtuch abgesetzte, noch etwas verwirrte Maus mitsamt Grashalmen flugs in einen Handtuchzipfel einzudrehen, dabei Nicki vom Rest des Badetuches schubsend, und die quiekende Fracht wieder nach draussen zu bugsieren. Ein Pfiff – und Kiri flitzt durch den Garten herbei, um erwartungsvoll ihre Maus entgegenzunehmen…

Adrenalin pur… Ausnahmezustand ist hier fast schon normal. 😉

Christina

Wenn ihr gern wissen möchtet, was mit Udo los ist:
Udo hat 2008, 2009 und 2010 drei schwere OP’s hinter sich gebracht und kämpft seither mit den Folgen…

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