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Letzten Dienstag nach dem abendlichen Futterschälchen – so gegen halb 7 – verliessen die drei Stoppelhopser das Haus und eilten in verschiedene Richtungen davon. Einige Stunden später, es war schon nach 10, war Merli wieder da und fragte nach einem kleinen Nachschlag – da sah ich die Bescherung: sie hatte einen blutigen Streifen am hinteren Oberschenkel. 😯

Es war blutig verkrustet und sah fast aus wie ein Streifschuss.
Sie blieb lange genug, dass ich nach Renates Tipp für die Behandlung oberflächlicher Verletzungen eine Spüllösung aus Calendula-Essenz anmischen und Merlis Wunde damit auswaschen konnte. Das bewährte Mittel habe ich schon bei Moritz erfolgreich angewandt, wenn er mit kleineren Riss- und Bissverletzungen Nachhause kam…
Dann bekam sie noch etwas Futter mit ein paar Tropfen Arnica C200 und schon wollte sie wieder hinaus – so nebensächlich fand sie die ganze Angelegenheit.

Am nächsten Morgen hatte sie die Verletzung selbst von allen Verkrustungen gereinigt und als ich ihr wieder mit der Spüllösung zuleibe rückte, sah es mir ganz nach einer Bissverletzung aus – ein kleines ovales Löchlein, aus dem etwas Wundflüssigkeit austrat, rundherum fehlte das Fell. Welchem rabiaten Kater war dieses liebe zarte Miezchen da bloß in die Quere geraten?

Merli humpelte nicht und ließ sich ihre Verletzung von mir 3 x täglich versorgen – solange sie keine Krankheitsanzeichen zeigte und sich kein Abszess bildete, schien mir alles gut. Aber als ich am nächsten Tag mittags zum Füttern Nachhause fuhr, tauchte nach Kiri und Nicki zwar auch Merli auf – ließ aber einfach ihr Schälchen stehen und verschwand ganz kurz angebunden gleich wieder durch die Kellerklappe.
Da hatte es mich gepackt, mein schlechtes Gewissen, und ich machte mir Vorwürfe – die arme Merli so ganz ohne Appetit, bestimmt setzte ihr die Verletzung zu und ich überließ sie den ganzen Tag sich selbst…
Zerknirscht eilte ich mit dem Futterschälchen in der Hand hinter ihr her, die Kellertreppe hinunter – in der Hoffnung, doch noch etwas Futter in sie hinein zu bekommen und mir dabei ihre Wunde näher anschauen zu können…

Und hörte schon eindeutige Geräusche aus unserem Vorratskeller, Gepolter und dazwischen panische Flügelschläge. Ein Blick genügte und ich drehte auf dem Absatz um, das Futterschälchen gegen einen grifflosen Kecher eintauschen, den wir für solche Fälle im Besenschrank hängen haben.
Merli hatte einen jungen Star in den Keller verschleppt und ihm schon ein paar Schwanzfedern ausgezogen. Bevor ich mit dem Kecher wieder unten war, polterten die in dem Raum gestapelten Kartons mit Getöse durcheinander – Merli hatte bei dem von ihr verursachten lautstarken Durcheinander flugs die Flucht ergriffen und der Vogel schwirrte verzeifelt vorm Kellerfenster, wo ich ihn ganz vorsichtig mit dem Netz einfangen konnte. Ich setzte ihn sachte draussen auf unsere Hecke und trotzdem er wegen der fehlenden Federn etwas stachelig aussah, schien seine Flugfähigkeit nicht beeinträchtigt. Er war sofort auf und davon.

Kaum war ich wieder drinnen erschien auch Merli in der Küche, hörte sich ganz ungerührt meine Leviten an und verspeiste ihre Mittagsmahlzeit – jetzt, wo sie plötzlich nichts anderes mehr zu tun hatte…

Gestern waren wir dann doch noch mit Merli bei unserer Tierärztin, weil sie nach dem Aufstehen leichte Anlaufschwierigkeiten hatte und erstmal etwas humpelte. Die Wunde sah soweit gut aus, aber war leicht geschwollen und es gab Penicillin gegen die Entzündung.

Hier noch das Rezept zur Erstversorgung oberflächlicher Verletzungen – falls ihr auch kleine Raufbolde beherbergt:

…eine Lauge aus Kernseife anrühren, um mit Hilfe eines Tuches Verkrustungen aufzuweichen. Calendula-Essenz (Weleda oder Wala) nach Packungsanweisung mit abgekochtem Wasser anrühren und auf die Verletzung träufeln, etwas Wundspray darüber geben. 5 Tropfen Arnika C200 verabreichen – und abwarten und beobachten…

Erfahrungsgemäß eitert bei dieser Behandlung die Verletzung nicht, sondern heilt gut und schnell ab. Und deshalb sollten sich diese Behandlungsweise alle merken, deren Leisetreter auch gern raufen und Bisse davon tragen…

Habe ich gemacht, liebe Renate – vielen Dank! Diese Behandlung hat hier schon oft so gut geholfen, dass ich deinen Tipp gerne weitergeben will…

Christina

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