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Ich liebe Libellen – ihr flirrendes Schwirren, wie sie im Sonnenlicht funkeln wie ein langgestreckter fliegender Smaragd.
Schon als kleines Mädchen habe ich völlig fasziniert am heimischen Teich die vielen verschiedenen Libellenarten beobachtet.
Mein persönlicher Favorit war und ist immer noch die große blaugrüne Königslibelle. In Sommer und Herbst sieht man etliche dieser großen Insekten hier bei uns am Teich und vor allem auch an unseren hohen Hecken entlang patrollieren, wenn sie auf der Jagd nach Beute waghalsige Flugmanöver fliegen wie kleine ferngesteuerte Modellhubschrauber.

Faszinierend – leider nicht nur für mich sondern auch für die Stoppelhopser. Bisher hat noch jede unserer Katzen versucht, die wendigen Jäger aus der Luft zu pflücken – meist ohne Erfolg, jedenfalls habe ich nur selten gesehen, dass ihre Hechtsprünge erfolgreich waren. Und im Jagdfieber kann man so eine eifrige Katze schon mal 2 Meter aus dem Stand in die Höhe schnellen sehen…

Gestern allerdings hat unser kleiner wendiger Jagdkobold (aka Merli) einen all-Time-Stoppelhops-Rekord aufgestellt.
Während ich in Gesellschaft von Nicki vorm Haus die neu gepflanzten Azaleen wässerte, tappste Merli – die Augen fest auf ihr Ziel gerichtet – einer jagenden Libelle hinterher. Die war so schnell, dass Merli sich nicht entscheiden konnte, ob sie sich nach katzeneigener Anschleichtechnik mit dem Bauch ins Gras drücken sollte oder doch lieber versuchen, den Anschluß zu halten…
So sah es dann etwas merkwürdig aus – eine hektisch im Tiefgang durchs Gras schleichende Katze, den Kopf hoch erhoben, um die Libelle nicht aus dem Blick zu verlieren. Ich war einen Moment abgelenkt – da hörte ich schon das trockene Knistern, als sie ihre Beute verspeiste. Klang wie gefriergetrocknete Garnele… 🙄

Keine 2 Minuten, und sie hatte die nächste Libelle – diesmal mit einem wagemutigen Sprung in 2 Meter Höhe aus der Hecke gepflückt.
Dieses Mal bekam ich es aus nächster Nähe mit – leider. Nicki guckte auch ganz geschockt…
Der arme gejagte Jäger schwirrte noch mit den Flügeln, als Merli ihn schon zwischen ihren kleinen zarten Kiefern hatte. Sie verschlang ihn nach Merli-Art – Kopf voran, knurpsknurps…

Christina

Portrait: Große Königslibelle

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