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Die Nacht vor Udos Geburtstag – ich hatte alles für die Gäste vorbereitet und war abends todmüde ins Bett gesunken…
Eine aufdringliche Mücke hatte mich nochmal das Licht anknipsen lassen – aber während ich darauf wartete, dass sie sich endlich irgendwo niederließ, war ich schon wieder eingeschlafen. Eine Stunde später schrak ich wieder hoch. Es war alles still aber ich hatte es bis in meine Träume gehört – klägliches Mausefiepen und Gepolter…!
Licht war ja schon an – schlaftrunken stand ich auf, nahm mit einem Griff durch die angelehnte Badezimmertür einen Mausfang-Putzlappen von der Heizung und ging leise weiter ins Wohnzimmer, überall Licht einschaltend.
Es war alles still in der Wohnung, im halbdunklen Esszimmer meinte ich auch Merli schlafend auf der Vitrine liegen zu sehen. Wenn Merli ganz ruhig schlief, konnte nichts sein – sie wäre sonst die erste, die nach dem Rechten sieht.
Komisch – auf dem Weg zurück ins Bett lag ein großes Herbstblatt im Flur vor dem Badezimmer, das einzige Indiz, dass ich nicht nur geträumt hatte… Ich lugte durch Udos Zimmertür, alles war ruhig. Also wieder Schlafen gehen – da war nichts – nur ein Blatt.

Kaum hatte ich das Nachtlicht ausgemacht hörte ich es schon wieder – dumpfes Gepolter – das Fenster war zu, von draussen konnte es nicht kommen. Also Licht wieder an, raus aus dem Bett, den Putzlappen gegriffen und angestrengt gelauscht – wo kam das bloss her? Stille.
Na, dann wollen wir mal sehen – ich knipste das Licht im Badezimmer an, da hatte ich noch nicht nachgeschaut. Und schob dann ganz schnell die Badezimmertür hinter mir zu – Merli hatte ein winzig kleines Mäuslein in eine Ecke getrieben und spielte zwischen meinen Hausschuhen Fang-die-Maus. Da hatte ich wohl im Halbdunkel einen Deckenzipfel auf der Vitrine für ihr Ohr gehalten…

Vor lauter Gewusel konnte ich die Maus nicht fassen – erst als sie quer durchs Badezimmer flüchtete und Merli sie am Schlafittchen packte, hatte ich eine Chance. Ein Griff, eine Hand fest in Merlis Nacken – da ließ sie das Mäuslein los und ich konnte es wohlverpackt in meinem Mausefang-Putzlappen nach draussen tragen und in den Winterjasmin setzen. Dieses Mal war es mit dem Schrecken davon gekommen.

Als ich ins hellerleuchtete Haus zurückkehrte, suchte Merli alle Räume nach ihrem verlorengegangenen Geburtstagsgeschenk ab – nur die Geschenkverpackung – das große Herbstblatt – die war noch da…

Und die hat Udo, als er morgens halbverschlafen aus seiner Schlafzimmertür trat, im ersten Moment für ein Pfützchen Katzenkotze gehalten…

Tja, Merli – alles schief gegangen. Gut gemeint ist der kleine Bruder von ‚Mist gebaut’… 😉

Christina

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