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Es war schon fast dämmerig, als ich vollbepackt mit Vogelfutter hinaus ging, um die Futtersilos vor und hinter dem Haus aufzufüllen.
Merli und Kiri begleiteten mich, fanden dann aber alles andere interessanter und überliessen mich meiner Aufgabe, um sich mit Katzenkram zu beschäftigen. Mal wusselte die eine um mich herum, mal die andere…

Ich schulterte meine kleine Stehleiter und packte die zwei Eimer mit Futter, um unter jedem Silo meinen mobilen Nachfüllservice aufzubauen – wegen Merli hängen hier alle Futterstationen außer Katzensprungweite, im Sommer hatte sie uns ihren Jagdeifer und ihre Sprungkraft eindrucksvoll vorgeführt.
Libellen im Flug zu erhaschen, sie aus 2 Meter Höhe aus der Hecke zu ‚pflücken‘ – das war eine Kleinigkeit. Neulich ließ sie – abgelenkt durch mein plötzliches Auftauchen – eine Amsel entkommen, deren blitzschnelle Flucht in etwa 1 Meter Höhe sie – sozusagen im Tiefflug – genauso schnell und nur wenig zurückliegend begleitete. Wäre der arme Vogel nicht überraschend abgebogen, hätte sie ihn erneut erwischt…
Wegen diesem kleinen Jagdkobold also schleppte ich jetzt immer eine Leiter durch den Garten, um die Vögel zu füttern.

Als auch das Futtersilo vorm Haus wieder aufgefüllt war und die ringförmige Metallspiralfeder mit Meisenknödeln bestückt, waren alle drei Katzen bei mir. Nicki wartete in der Nähe, dass ich fertig wurde, Kira hörte ich nahebei ‚jodeln‘, zu sehen war sie nicht. Merle hatte sich an der Pergola hinaufgehangelt und ging direkt über mir auf der Dachrinne spazieren…
Ich war bereits wieder abmarschbereit, die Leiter geschultert, als ein Wagen mit ziemlicher Geschwindigkeit durch die große Pfütze an der Straße preschte und die Gischt sich im hohen Bogen über unsere Pforte ergoß.
Merli hetzte panisch die Dachschräge hinauf und verschwand im Eiltempo hinter dem First, Nicki war völlig unbeeindruckt sitzen geblieben und Kiri – wo war Kiri?? Sie antwortete nicht wie sonst auf meine Lockrufe und auf mein Pfeifen, wahrscheinlich – hoffentlich! – war sie wie Merli davongelaufen und hatte sich in Sicherheit gebracht.

Ich brachte Leiter und Eimer hinters Haus zum Schuppen, lockte Merli dort vom Dach und war dann doch beunruhigt, weil Kiri immer noch nicht auf meine Rufe reagierte. Wem einmal eine Katze überfahren wurde, der weiß Bescheid…

Also zurück ums Haus herum nach vorne, nachschauen. Nicki saß immer noch völlig entspannt an der Hausecke und als ich zum Futterplatz zurückkehrte…

…sah ich endlich auch Kira! Sie konnte mir nicht antworten!

Sie war vollauf damit beschäftigt, beim Knödelringbestücken liegengebliebene Meisenknödelkrumen aus dem Gras zu ‚picken‘ und aufzufressen… Wie sollte sie miauen, mit Hamsterbacken voller Vogelfutter??
Ts, ts… typisch! Der Interessenkonflikt wurde zugunsten des leckeren Vogelfutters entschieden! :mrgreen:

Christina

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