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Ich trete vor die Tür, hinaus in den beginnenden Morgen.
Noch ist es dämmerig, mehr Nacht als Tag. Das Dorf liegt still und dunkel vor mir, nur ganz vereinzelt sind schon erste Fenster erleuchtet.
Ich bin spät dran heute, dieses Mal haben die Katzen es geschafft, mich aufzuhalten. Kira und Merli haben mir mit vereinten Kräften aufgelauert und ein Vor-Frühstücks-Leckerchen abgerungen. Lilli ist so früh noch nicht wieder von ihrem Nacht-Vergnügen zurück.

Ich schliesse meine Weste gegen die frische Morgenbrise bis zum Kinn und mache mich auf den Weg. Noch bevor ich die Gartenpforte erreiche, ruft Kira in ihrem typischen Jodelsingsang und eilt mir in großen Sprüngen nach. Ich kraule sie und rede ihr gut zu, während ich sie die paar Schritte bis zum Haus zurück begleite. Ich bin ja gleich wieder da…

Da steht sie und schaut mir nach und ich sehe ihr die Enttäuschung an. Der ganze kleine Körper drückt Enttäuschung aus…
Nun schnell, sie wird schon warten, bis ich zurück bin.
Nur eine halbe Stunde.

Ein paar Schritte und ich finde meinen Takt, gehe schnell mit schwingenden Armen. Atmen, gehen, schwingen – 50 Meter und ich bin im freien Feld, habe den letzten Nachbarn hinter mir gelassen. Ich drehe mich um und schaue zurück, vielleicht sitzt Kira an der Straße, um auf mich zu warten.
Da ist sie – keine 10 Schritte hinter mir, marschiert mitten auf der Straße hinter mir her – ganz begeistert vor Freude, dass ich endlich stehen bleibe und auf sie warte…

Ob sie mir noch weiter gefolgt wäre? Durch das freie Feld?
Ich nehme sie auf den Arm und trage das widerstrebende Bündel Katze zurück – 10, 15 Meter und ich muss sie hinunter lassen. Ganz begeistert springt sie in großen Sätzen neben mir her – bis sie merkt, dass es zurück nach Hause geht.
Ich locke und rufe und verspreche Leckerli – sie kürzt durch Nachbars Garten ab, springt durch die Hecke und steht neben mir, als ich die Haustür aufschliesse.
Wie gut, dass ich bereits etwas Schönes für Lilli in der Küche deponiert habe – so kann ich Kira hinein lassen und die Tür gleich wieder zuziehen, um mich – erhitzt und etwas atemlos – erneut auf den Weg zu machen.

Liebe erfüllt mein Herz – diese unglaubliche Katze! Ich liebe sie so sehr, dass es schmerzt.

Christina

Ich mag die Kurzgeschichten und Gedankencrushes von Philosworte – sie haben mich zu der Form dieser (wahren) Geschichte inspiriert.

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