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Mit Ende des schönen Sommerwetters und dem damit verbundenen geradezu herbstlichen Temperatursturz bin ich sehr viel häuslicher und derzeit nur noch selten im Garten unterwegs – die Katzen hingegen lassen sich von kühlen Nächten und verregneten Tagen nur wenig beeinflussen und setzen ihr Sommerleben weitgehend unbeeindruckt fort.

Die ‚pfötchen’greiflichen Auseinandersetzungen zwischen Merle und Lilli haben sich zu Kabbeleien gemildert. Merli hat hier in den vergangenen Wochen wirklich die Fetzen fliegen lassen und nahm bei den Rangstreitigkeiten auch keine Rücksicht auf die zwischen die Fronten geratene Kira. Kollateralschaden nennt man das wohl… Aber nun hat sie als Größte und Älteste auch der forschfreche Lilli ihren Vorrang deutlich gemacht und jagt die Kleine als ‚Erinnerungsstütze‘ nur noch gelegentlich ein wenig vor sich her, bis diese sich in ein Versteck retten kann. Ein wenig Respekt vor den Älteren steht der kessen Lilli ganz gut. Dass Merli, die sonst so nachgiebige, auf Lillis Attacken plötzlich nicht mehr mit Ausweichen oder Fauchen reagiert sondern stattdessen in die Offensive geht, hat mich ziemlich überrascht. Inzwischen scheint sie am Ton-angeben Gefallen gefunden zu haben und läßt auch Kira gegenüber immer mal wieder die Chefin raushängen.

Merli ist von den dreien die begabteste Jägerin, wenn Kira es an Mut auch locker mit ihr aufnehmen kann – ich erinnere da nur an die unsäglichen Rattenfängerepisoden des letzten Jahres… Seufz.
Merli präsentiert uns fast täglich ihren ‚Beifang‘ und ist vermutlich auch verantwortlich für die Blutflecken und die wie Opfergaben anmutenden Innereien, das wir hier morgens immer als erstes aus irgendwelchen Ecken entfernen dürfen. Kira dagegen bringt nur gelegentlich mal eine Maus mit. Lilli scheint sich auf Winzmäuse spezialisiert zu haben, mit denen sie draussen nach Katzenart dribbelt. Sie trägt sie herum und feilt unermüdlich an ihrer Wurf- und Fangtechnik. Dass sie eine Maus auch gefressen hat, habe ich noch nie gesehen. Und da sie die Katzenklappen auch nach wochenlangem Üben immer noch nur als Notausgang benutzt, kann sie auch keinen Fang mit ins Haus schmuggeln – da achten wir Türsteher schon drauf.

Für Lilli werden in dem Zusammenleben hier nach und nach Dinge selbstverständlich, die sie noch vor kurzem voller Angst und Misstrauen auf Distanz gehen liessen. Sie akzeptiert Besuch, ohne sich zu verstecken – sie bringt sich nicht mehr in Sicherheit, wenn wir nahe an ihr vorbei gehen – sie nimmt huldvoll Liebesbezeugungen entgegen, egal ob Leckerli oder Streicheleinheiten. Sie kommt sogar zu uns und bittet um Krauler, richtet sich dabei wie ein Miniatur-Ziegenböckchen auf den Hinterbeinen auf, damit wir auch die richtige Stelle hinter den Ohren erwischen. Alles ist gut, solange sie ansagen kann, wo es lang geht. Aber ein etwas festerer Griff beim Streicheln genügt, um sie wieder Deckung suchen zu lassen – plötzlich scheint da vor ihrem inneren Auge wieder ein Katzentransportkorb zu erscheinen… Und damit hat sie ja gar nicht so unrecht… 😉
Die Sache mit der Katzenklappe ist auch nach Wochen noch nicht ganz geklärt… Lilli hält uns hin – nimmt die Katzenklappen als Ausgang und hockt dann draussen vor der Tür, damit wir sie wieder herein lassen. Ihre Weigerung, das Haus durch eine Katzenklappe zu betreten, geht sogar so weit, dass sie bei Einlaß durch die Seiteneingangstür keinesfalls geradeaus durch die offenstehende Klappe in die Küche spaziert – sondern stattdessen links herum die Kellertreppe hinunterhuscht, zwei Räume weiter den Ausgang durch die Kellerkatzenklappe nimmt und dann links auf die Terrasse einbiegt, um vor der Terrassentür auf Einlaß zu warten… 🙄

Kira ist die anhänglichste der Drei. Nachts ist sie bei Wind und Wetter draussen, aber tagsüber ist sie viel daheim und schaut sich genau an, was wir machen – sie ist immer in der Nähe, schon allein wegen der Möglichkeit, dass zufällig etwas Leckeres für sie abfallen könnte… Wenn ich in der Küche zu tun habe, sitzt sie oft direkt neben mir auf der Arbeitsfläche, fast schon an mich geschmiegt, und schaut mir auf die Finger – beugt sich dabei manchmal so tief über die Spüle, dass ich statt meiner Arbeit ihr süßes Katzenhinterköpfchen im Blick habe. ♥
Morgens ist sie unglaublich zuverlässig pünktlich zur Weckzeit an meinem Bett. Wenn ich zwischendurch mal einen Tag frei habe, kommt sie nachschauen, ob ich wohl verschlafen habe.
Ihr lautstarkes Jodelliiiiehdiekiriiiiieliiiiöööhhhhhh… ersetzt jedes Weckerklingeln!

Christina

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