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Langsam rückt der Herbst näher.
In Vorbereitung seines großen Auftritts sind in den vergangenen Wochen schon einige sintflutartige Regenfälle über Stoppelhopshausen niedergegangen – haben die neue Terrasse überspült, den Garten knöchelhoch unter Wasser gesetzt und unsere Katzen bis auf die Haut durchnässt.
Die Katzenlaune hat in der Zeit ziemlich gelitten, Herbst mit Regenschauern steht noch nicht auf dem Plan… Kiri und Merli lassen sich nach so einem Regenguß ohne Weiteres mit einem Handtuch trockenstrubbeln, aber Lilli – unsere scheue kleine Mieze – kam einige Zeit nach einem solchen Wolkenbruch nass bis auf die Haut aus dem angrenzenden Feld zurück. Sie zu trocknen war nicht möglich, sie putzte sich und eilte bei nächster Gelegenheit wieder hinaus. Und das Unheil nahm seinen Lauf…

Lilli ließ täglich immer mehr von ihrem Futter stehen, dann begann sie hustend zu Würgen und nach mehreren Tagen gelegentlicher Würg-Hustenanfälle schafften wir es, sie einzufangen und zum Tierarzt zu bringen. Fieber hatte sie, und eine Lungenentzündung.
Keuchendes Würgen bei Appetitlosigkeit – sogar mit Hervorwürgen schaumiger Spuckelachen – ist also wohl kein Indiz für einen verdorbenen Magen oder einen quersitzenden Haarballen – wie selbst ich zu Anfang noch dachte! Wartet nicht zu lange, in die Hoffnung, die Malzpaste wird’s schon richten – nehmt lieber einmal öfter den Weg zum Tierarzt auf euch!

Weil Lilli selten ein zweites Mal einzufangen ist, wurde sie beim Tierarzt mit Antibiotika für die gesamte nächste Woche ausgestattet. Zurück Zuhause war sie schneller aus dem Tragekorb, quer durch’s Haus und zur Kellerklappe hinaus, als wir uns die Sache anders überlegen konnten… Aber das Wetter war schön warm und Lilli dreht am Rad, wenn sie sich eingesperrt fühlt – also liessen wir sie laufen. Am nächsten Tag zerschlug sich unsere Hoffnung, dass es ihr dank der Medizin besser gehen würde. Sie verweigerte ihr Futter, inzwischen den dritten Tag. Unser fröhlicher kleiner Springinsfeld war nur noch ein Schatten seiner selbst, schlurfte von einem Liegeplatz zum anderen, die Stirn in gequälte Falten gelegt. Wir bekamen sie nicht zu packen – ein Einfangversuch ging schief und sie schien fest entschlossen, nun entgegen ihrer Gewohnheit auch noch draussen zu nächtigen.

Lillifee

Lillifee

Inzwischen hatte auch ich meine Stirn in gequälte Falten gelegt… Später am Abend kam sie aber doch in’s Haus, fast als wäre alles normal, und legte sich schließlich schlafen. Am nächsten Morgen packte ich sie mir direkt vom Schlafplatz, sie war so geschwächt, dass ich sie ohne Gegenwehr in den Korb packen konnte – und erneut ging es zum Tierarzt. Ich ließ sie da, wir konnten sie erst abends wieder abholen – aber es war mir auch wohler, sie in dem Zustand beim Tierarzt zu wissen. Morgens hatte sie mir noch einen dicken Durchfallfladen in’s Katzenklo gedrückt – abends sagte mir unsere Tierärztin, statt dem Fieber letztens hätte sie nun eher Untertemperatur, Darchfall hätte sie auch keinen, und ich sollte davon ausgehen, dass sie sich draussen von Mäusen ernährt und nicht – wie ich befürchtete – bereits den 4. Tag ohne Futter auskäme. Fast hätte sie mir Lilli so wieder mit nach Hause gegeben. Aber auf meine Frage, ob sie während ihres Tages dort im Käfig etwas gefressen hätte, kroch die patente Tierarzthelferin in den Käfig, um nachzuschauen… und entdeckte blutigen Durchfall neben dem Katzenklo.
Was für ein Glück!! Hätte sie das nicht gesehen, hätte Lilli noch Tage ohne Hilfe weiterleiden müssen.

Schnelltest – GIARDIEN! Puhhh… Alles klar!

Eine Behandlung Zuhause ist bei Lilli nicht möglich – ich bin nicht zimperlich, aber ich kriege sie weder eingefangen noch gebändigt noch Medikamente in sie hinein. Sie ist einfach zu clever für mich, und Gedankenlesen kann sie obendrein.
Also blieb Lilli beim Tierarzt, in dem Käfig, aus dem wir sie vor anderthalb Jahren erlöst und zu uns genommen hatten.
Drei weitere Tage mit Medikamentengaben und strenger Kontrolle, ob sie die Tabletten auch bei sich behielt – das hätten wir Zuhause nicht leisten können. Als wir sie Sonntag morgen abholten, hatte sie sogar schon wieder etwas gefressen – und zurück Zuhause war es, als hätten sie uns ein anderes Kätzchen eingepackt.

Lilli war nicht eine Sekunde beleidigt – sie war wohl so froh, wieder Nachhause zu dürfen, dass sie ihr sonst manchmal fast schon panisches Verhalten uns gegenüber total verändert hat. Sie ist plötzlich anhänglich und fast schon aufdringlich, schmust uns von sich aus – sogar den Udo! Und sie ist so verfressen, dass sie beim Schälchenmachen neben mir auf der Arbeitsfläche sitzt und versucht, unter meinem Arm hindurch Futterbrocken zu klauen…

Was sind wir froh, diese schwere Zeit überstanden zu haben!

Christina

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