Moritz

Moritz ~*01. Juni 1998 +30. März 2012


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Moritz im Frühjahr 2011

Moritz hatten wir im Oktober 1998 als kleinen Findelkater von einer Kollegin übernommen, der er zugelaufen war. Wir waren gerade Anfang des Jahres auf’s Land in’s eigene Haus gezogen – und als er uns angeboten wurde, brach sich meine ‚jahrelang latent unterdrückte‘ Katzenliebe plötzlich freie Bahn…
Als Kind durfte ich kein Tier haben, meine beiden Eltern stammen von Bauernhöfen – da hielt man einfach kein Tier im Haus, das war undenkbar.

Moritz war ein kleiner schwarzer Quirl und unsere Tierärztin schätzte ihn auf 4 Monate. Seither feierten wir den 12. Oktober als seinen Geburtstag, auch wenn er im Sommer das Licht der Welt erblickt hatte.

Die ersten 6 Jahre war er Einzelkater – ein erster Versuch, nach 3 Jahren Einzeldasein ein kleines Findelkätzchen dazu zu nehmen, ging grandios in die Hose. Moritz war zutiefst beleidigt und zog aus in den Garten – nicht mal zum Fressen mochte er noch reinkommen… Die kleine Nelly fand dann auf einem Reiterhof ein schönes Zuhause.

Moritz hatte vermutlich BKH in sich, sein Fell war ganz plüschig, er fühlte sich anders an, als alle unseren anderen Katzen. Auf den ersten Blick war er schwarz mit ein paar weißen Haaren auf der Brust und einem kleinen weißen Tanga – aber wenn er in der Sonne lag, war er schokobraun mit schwarzen Tigerstreifen…

In jungen Jahren war Moritz der Schrecken der gesamten Katzen-Nachbarschaft, er ging keiner Prügelei aus dem Weg und kam häufig mit Verletzungen, zerkratztem Gesicht und zerfetzten Ohren nach Hause. Seit dem 8. oder 9. Lebensjahr wurde er ruhiger – da kam jeden Winter ein riesiger prachtvoller potenter roter Kater auf Streifzug bei uns vorbei, der versetzte Moritz jedes Jahr aufs neue für Wochen in Angst und Schrecken, bis er im Frühjahr weiter zog und in Moritz‘ Revier endlich wieder Ruhe einkehrte.
Seither verlegte Moritz sich darauf, lieber seine Katzen-WG-Partnerinnen zu stalken und gelegentlich einen Purzelbaum schlagen zu lassen – das war für ihn ungefährlicher.

Seit seinem 10. Lebensjahr hatte Moritz öfter als früher mit Erkrankungen zu kämpfen – chronischer Schnupfen und Augenentzündungen begleiteten ihn schon seit Jahren, aber nun sammelte er sich auch noch alles mögliche auf… Gerade hatte er eine heftige Magen-Darm-Infektion überstanden, da wurde sein Schnupfen so akut, dass er richtig drunter litt. Vielleicht spürte Moritz das Alter, vielleicht waren es auch die häufigeren Erkrankungen – seit seinem 10. Lebensjahr veränderte er sich. Er brauchte mehr Ruhe und mehr Schlaf – hatte zwischendurch aber auch wieder Phasen, in denen der alte freche Moritz hervorblitzt. Dann musste Nicki sich wieder vorsehen und ging ihm am besten aus dem Weg, sonst setzte es Prügel…

Wenn es ihm schlecht ging, hatte sie die Oberhand – dann musste er ihr aus dem Weg gehen, manchmal aber wurde er auch von ihr abgeliebt – wenn er so hilflos war, konnte er sich ja nicht wehren…

Da Moritz sich übers Jahr so verändert hatte, waren wir mit ihm zu einem gründlichen Rundum-Check beim Tierarzt – Blutwerte in Ordnung, kein Anzeichen für bösartige Erkrankungen, aber eine schmerzhafte Arthrose setzte ihm zu. Nun hatten wir endlich einen Ansatz, um ihm zu helfen!

Seither nahm er täglich brav seine Medis und wir konnten das Schmerzmittel zwischendurch auch reduzieren – dann war er wieder ganz der alte Moritz – frech, verschmust und verspielt und auch mit Nicki klappte es sehr viel besser!

Aber es gab auch Rückschläge, so dass wir ihm letztlich über 2 Jahre mit Schmerzmitteln seine Lebensqualität erhalten mussten – 2 wertvolle kostbare Jahre Lebenszeit, bis wir unseren Herzenskater am 30. März 2012 gehen lassen mussten.

Zum Nachlesen: alle Artikel über Moritz

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Geschichten aus Moritz‘ Leben:

Kater-Liebe

Seit ein paar Wochen kommt Moritz Nachts immer mal wieder zu Udo in’s Bett – manchmal schläft er die ganze Nacht bei ihm, manchmal kommt er auch erst am frühen Morgen, um ihm ein paar Stunden Gesellschaft zu leisten.

Moritz‘ Liebesbezeugungen wurden dabei im Laufe der Zeit immer aufdringlicher, anfangs genügte es ihm, sich auf Hüfthöhe anzukuscheln – dann rückte er immer höher und wollte am Liebsten mit auf Udo’s Nackenhörnchen – vor ein paar Tagen gab es dann feuchte Küßchen auf die Wangen – und heute Morgen deckte er Udo plötzlich mit kleinen ‚Liebesbissen‘ ein, kniff ihn in die Stirn, in den Nacken, in die Ohren… Erst auf der einen Seite, und als Udo sich umdrehte, ging er rüber auf die andere Seite, um da weiterzumachen…

Man kann sich seiner kaum erwehren, wegschieben lassen will er sich nämlich nicht – dann ist er schnell beleidigt und wird auch schon mal garstig und kneift richtig zu.

Seufz – mir scheint, wahre Liebe gibt es nur unter Männern…

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Kleine Junkies

Bei der letzten Tatzenladen-Lieferung war als kleines Geschenk für die Katzis ein kleines Baldrian-Kissen dabei.

Gekauft habe ich so etwas bisher noch nie, in verschiedenen Katzenforen hatte ich gelesen, dass Katzen bei Baldrian total abdrehen und man sie diesem furchtbarem Streß besser nicht aussetzen sollte…

Aber da Moritz auch auf Katzenminze total abfährt und im Sommer Stunden in unseren diversen Katzenminze-Beeten verbringt – einen seeligen Ausdruck im Gesicht (Peace, määän…) – wollte ich meinen Beiden diese neue Erfahrung nicht vorenthalten.

Also habe ich das Kissen ausgepackt, selbst daran geschnuppert – es roch etwas penetrant nach zuviel Rasierwasser – und erstmal Nicki übergeben. Und sie fand es Klasse, es wurde geknutscht und geknetet, durchgewalkt und abgeschnuselt – und dann legte sie sich einfach drauf. Auch nach Tagen mag sie es einfach nur, schnuppert gerne daran und legt sich einfach drauf, wenn sie es in ihren Besitz bringen kann – denn die übrige Zeit hat Moritz es in seinem Besitz…

Moritz kam mir wirklich vor wie ein Junkie auf einem Trip, als ich ihm das Kissen das erste Mal gezeigt habe – meins, meins, haben wollen!!!! Er schleckte es ab, und schleckte und schleckte – seither ist es, glaube ich, nur ganz kurz zwischendurch wirklich wieder trocken geworden.
Wann immer ich es irgendwo liegen sehe, fasse ich es nur mit spitzen Fingern an, denn es ist  N A S S !
Und nun riecht es auch nicht mehr nach Rasierwasser sondern nach – naja – nach Katzenpipi…

Anfangs war Moritz etwas giftig, wenn ich ihm das Kissen abnahm – aber mittlerweile ist er ganz entspannt. Wenn ich genau weiß, dass er gerade noch da war, niemand hat ihn hinaus gelassen, dann weiß ich jetzt auch, wo ich ihn finde: ganz entspannt auf der Seite liegend bei seinem Schatz.
Es ist nicht so, dass er nun nichts anderes mehr vor hat – futtern
ist nach wie vor wichtig, draussen das Revier abschreiten auch – aber er kommt seither gar nicht mehr richtig dazu Panik zu schieben, sein Schatz nimmt ihn zu sehr in Anspruch…

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Mäuschen-Jagd

Vor einigen Tagen dachte ich noch darüber nach, dass seit Boncuks Tod im letzten Jahr niemand mehr lebende Mäuschen und anderes Getier in’s Haus geschleppt hat – letzte Nacht mußte ich mich wieder auf Mäuschen-Jagd begeben…

Abends beim Schlafen gehen war Moritz schon in unserer Nähe, guckte im Bad nach dem Rechten und war ganz anhänglich – bevor er wieder ging. Nachts gegen 3.00 hörte ich seinen Jagdruf direkt vor meiner Schlafzimmertür – dieses triumphierende, etwas gequetschte Jaulen, die Beute noch zwischen den Zähnen…
Licht an, Brille auf (…um ja nix zu übersehen!) und aus dem Bett – dann erstmal in die Hausschuhe, um ja nirgends barfuß draufzutreten – und die Schlafzimmertür auf, um Moritz die Beute abzuknöpfen. Mein Burschi weiß ganz genau, dass er nichts hereinbringen soll!
Tja, in dem Moment des Türöffnens hat sich die Beute aus dem Staub gemacht – nur Moritz saß da und war ganz aufgeregt. Sein kleines Opfer ist durch den sich auftuenden Spalt an der Scharnierseite der Tür in mein Schlafzimmer abgetaucht und gleich hinterm Schrank verschwunden…
Wir haben beide in den Spalt zwischen Wand und Schrank geschaut – nichts mehr zu sehen, es saß schon hinterm Schrank. Moritz hat noch ein bißchen in den Spalt gepfotelt und ging dann – wahrscheinlich ein neues Mäuschen fangen.

Und ich ging erstmal wieder in’s Bett – vielleicht hatte ich ja nur geträumt und es war gar nichts da – gesehen hatte ich jedenfalls nichts, ich konnte ja nur aus Moritz‘ Verhalten Rückschlüsse ziehen.
Um 5.00 saß ich schon wieder aufrecht im Bett – da war definitiv eine Maus hinterm Schrank. Sie war am trippeln und am nagen, es klang, als würde sie das Stromkabel hin und her schieben – ein ziemlicher Lärm, wenn man eigentlich schlafen will.
Da bin ich wieder aus dem Bett und in den Keller, zwei Mausfallen hochholen. Ich fange die Tierchen zwar lieber lebend – aber den Schrank auszuräumen und von der Wand abzurücken – daran war nicht zu denken. Ich wollte schließlich  N O C H   E T W A S   S C H L A F E N ! ! !

Also jeweils eine Plastikfalle mit eingebautem Lockstoff links und rechts vom Schrank platziert und wieder in’s Bett. An Schlafen war nicht zu denken, die Maus begann wieder mit ihrem Getöse, kaum dass das Licht aus war. Es dauerte keine 10 Minuten, da klappte eine Falle zu – Stille.
Mit einer kleinen Leiche im Schlafzimmer konnte ich auch nicht schlafen – also wieder Licht an, aus dem Bett und nachgeschaut… Mit dem chinesischen Rückenkratzer die Falle aus dem Spalt geangelt – was hing den da dran?
Sah aus wie ein… Wieselschwanz vielleicht? – Kopfkratz…

Ich hob die Falle hoch, es hing stocksteif herab – und begann plötzlich, sich zu bewegen…

Ein winziges Haselmäuschen saß nur mit der Schwanzspitze in der Falle fest – mit Hilfe eines Taschentuches bekam ich es zu fassen und habe es aus der Falle befreit.
Das Herzchen puckerte wie wild… Ich hab‘ es dann vor der Haustür in die Bodendecker gesetzt – gerade rechtzeitig, bevor Nicki dazukam…

Ein kleines Rascheln – und weg war das Mäuschen.

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Ein starkes Herz

hat aufgehört zu schlagen…

Moritz ♥

Und Gott fragte den Geist der Katze
Bist du bereit, nach Hause zu kommen?
Oh ja, in der Tat, antwortete die kostbare Seele
Und du weißt, dass ich als Katze sehr wohl im Stande bin
Für alles eigene Entscheidungen zu treffen

Kommst du denn? fragte Gott
Bald, erwiderte der schnurrbärtige Engel
Aber ich muss es langsam angehen lassen
Denn meine Menschenfreunde sind traurig
Denn, du weißt, sie brauchen mich, ganz gewiss

Aber verstehen sie denn nicht? fragte Gott
Dass du sie niemals verlassen wirst?
Dass eure Seelen miteinander verbunden sind?
Für alle Ewigkeit?
Dass nichts beeinträchtig oder zerstört wird?
Es ist einfach… für immer und ewig.

Eines Tages werden sie es verstehen
Antwortete die herrliche Katze
Denn ich werde es in ihre Herzen flüstern
Dass ich immer bei ihnen bin
Ich bin da… für immer und ewig.

(Tierärztin Patricia N. Olson)

Abschied vom besten Freund

Heute Morgen um 3 Minuten nach 9 ist Moritz ganz sanft eingeschlafen.

Ich wollte tagelang nicht wahrhaben, dass mein bester kleiner Freund sich anschickt, diese Welt zu verlassen. Aber gestern Abend wurde es auch mir klar, dass er auf seinem letzten Weg schon sehr weit fortgeschritten war.

Er sollte sanft gehen dürfen, ohne Schmerzen und ohne Qual. Wir haben die halbe Nacht mit ihm gewacht und ihn heute morgen in Frieden gehen lassen…

Nun ruht unser Herzenskater auf dem Hügel am Teich, mit Blick über sein Reich. Selbst der Himmel hat die Schleusen geöffnet. Das ist angemessen.

Moritz‘ letzte Ruhe

30. März 2012

Christina

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1 Gedanke zu “Moritz”

Eine Antwort maunzen

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