Tarik, der kleine Zigeuner

Ein kleiner Besucher

Es ist unglaublich – kaum haben wir ein Siam-Katerchen gehen lassen,steht hier das nächste vor der Tür und ‚brüllt’ aus vollem Halse….

Tarik am 6. März 2010

Tarik am 6. März 2010

Nicki guckt nur aus sicherer Entfernung, Moritz hat überhaupt keine Scheu und bemüht sich um freundschaftliche Kontaktaufnahme. Gestern spät abends hat Udo den Kater das erste Mal aus unserem Carport flüchten sehen, heute Morgen war er schon zwei Mal auf unserer Terrasse und hat ordentlich gefressen und sich anschließend vor der Schuppentür gesonnt und ausgiebig geputzt.

Vor uns Menschen hat er große Scheu…
Wir richten nun erstmal ein Katzi-Außenlager her, falls er bleiben möchte und sich nicht herein traut. Er ist sehr redefreudig und laut, vielleicht ist er noch nicht kastriert – er wirkt noch recht jung, gerade ausgewachsen. Und er hat ein Siam-untypisch dichtes Fell und Luchs-Pinsel an den Ohrspitzen.
Gestern ist er für den Rest des Tages nicht wieder gekommen – aber heute Morgen saß er bei fast -10°C vor unserer Terrassentür und wartete auf sein Futterschälchen. Leider flüchtet er immer sofort mindestens 20 m weit, wenn wir die Tür öffnen. Aber da sitzt er dann in sicherer Entfernung und maunzt lauthals und kommt erst wieder näher, wenn wir wieder im Haus verschwunden sind.

Moritz ist sofort hinaus und wollte ihn dann erst nicht die Treppenstufen zum Futterschälchen hinauflassen – also mußte ich nochmal hinaus und ein ‚ernstes Wort’ mit ihm reden. Da ist der Siamkater dann doch auf den Stufen stehen geblieben, in nur 5 m Entfernung – und Moritz hat Platz gemacht und ihn vorbei gelassen.

Der Kater hat direkt vor der Terrassentür gefuttert, ich saß auf der Innenseite vor der Scheibe und habe zugeschaut. Dann ist er an die Tür gekommen, hat sich umgedreht, mir seinen kleinen Pöter präsentiert und in hohem Bogen markiert – wir sind wohl in sein Revier aufgenommen…

Er sah sehr ‚intakt’ aus – aber ich habe es hinterher weggewischt, es riecht gar nicht. Unsere Katzenhütte hat er leider keines Blickes gewürdigt, er ist gleich wieder abmarschiert, in einem Bogen an Moritz vorbei und ist mit einem Sprung auf unseren Holzstapel verschwunden.

Ich habe schon das Internet auf den Kopf gestellt, niemand hat den kleinen Kerl als vermisst gemeldet, in der Tageszeitung steht er auch nicht. Die Zeitung und den Aushang am Supermarkt werden wir im Blick behalten, aber ich gehe eher davon aus, dass er ausgesetzt worden ist.
Die Schlafhütte haben wir vorhin auf unseren Regenwassertanks in unserem überdachten Holzverschlag aufgestellt, dort ist er ja heute Morgen verschwunden – vielleicht nimmt er den Platz besser an.

Leider ist er seit Sonntag früh nicht mehr gekommen, es macht mich ganz kribbelig, ständig muß ich an ihn denken. Sonntag haben wir noch einen unserer Nachbarn, den letzten unserer Häuserreihe in der Richtung, in die der Kater immer verschwunden ist, nach dem Kater gefragt. Aber ihm ist in den ganzen Tagen nichts aufgefallen, er hat ihn auch nicht gehört.

Katerchen und ich haben uns heute Morgen richtig lange ‚unterhalten’ – er stand plötzlich unterm Schlafzimmerfenster, als ich mich anziehen wollte, und hat das Fenster eine ganze Zeit lautstark angemaunzt. Wenn wir Außentüren öffnen, flüchtet er sofort – damit verbindet er Negatives – aber das Schlafzimmerfenster konnte ich ohne weiteres öffnen, mich hinausbeugen und mit ihm reden, gar kein Problem.

Udo brachte gleich das Futterschälchen, das wir dann auf die Außenfensterbank gestellt haben, das Fenster immer noch offen. Er hat dann ewig draussen lamentiert und sich lange bitten lassen, aber plötzlich saß er auf der Fensterbank und hat gefressen. Ich habe hinter dem offenen Fensterflügel gestanden und mit ihm geredet und nach dem Fressen ist er dann hereinspaziert, hat auf der Innenfensterbank gestanden und sich das Zimmer angeschaut, hat an meinem Finger geschnuppert, den ich ihm unter dem Fensterflügel hindurch hingestreckt hatte und ist dann wieder hinausgehopst. Wir haben dann noch ein wenig geredet und uns zugezwinkert, dann hat er die Pergola markiert und ist davongeschlendert.

Udo ist heute im Laufe des Tages bei allen umliegenden Nachbarn gewesen – der Kater gehört nirgendwo hin und wurde auch von niemandem sonst gesehen. Er sieht nicht so aus, als wäre er schon Wochen unterwegs – er ist recht gepflegt, aber ich konnte ihn auch noch nicht richtig anfassen und seinen Zustand fühlen. Aber er hat ziemlich dickes Fell – ein Zeichen, dass er in der Winterkälte sehr viel draußen ist. Da drunter könnte er schon recht mager sein, ich weiß es nicht.
Jedenfalls lässt ihn die Gier nach dem gefüllten Futterschälchen jedes Mal alle Vorsicht vergessen, er hat ordentlich Hunger, wenn er zu uns kommt.

Es irritiert mich etwas, dass wir ihn nur ein Mal spät abends gesehen haben, sonst kommt er immer nur früh am Morgen – als hätte er einen festen Tagesablauf.

Heute Morgen nach dem Fressen hat Katerchen sich dann zusammen mit Moritz vor die Schuppentür gesetzt – die beiden sind sehr vorsichtig miteinander umgegangen. Katerchen hat es sich auf den Holzfliesen bequem gemacht und Moritz ist davon spaziert zur Revierinspektion…

Tarik versteckt sich

Tarik versteckt sich

Tarik und Moritz am 11. März 2010

Tarik und Moritz am 11. März 2010

Katerchen ist bisher nicht wieder aufgetaucht, dafür saß heute im Morgengrauen ein anderer Sangeskünstler auf unserer Terrasse, hatte über den Bewegungsmelder draußen Licht angemacht und betrachtete mich ‚Nachtgespenst‘ sehr interessiert, als ich mir an der Terrassentür die Nase plattdrückte…
Wir haben doch gar keine rollige Katze, was wollen die ganzen liebestollen Kater vor unserer Tür??? Ob Nicki wohl immer noch ‚duftet‘ – so wie sie auch Anflüge von Rolligkeit zeigt?

Heute Abend war Katerchen wieder da – er saß im Dunkeln draußen auf der Wohnzimmerfensterbank und hat uns wohl beobachtet. Dann fing er an zu singen, so haben wir ihn entdeckt. Leider ist Nicki in dem Moment direkt unter ihm aus der Kellerklappe gehopst, er ist dann gleich davon gesprungen und hinter den Wassertanks verschwunden. Moritz ist gleich hinterher – bisher sind beide nicht zurückgekehrt. Ach, hoffentlich kommt er wieder…

Ich freue mich jedes Mal, wenn ich ihn sehe – aber das ist leider viel zu selten. Ich versuche mir immer einzureden, dass er vielleicht doch irgendwo im weiteren Umkreis ein Zuhause hat, aber wirklich glauben kann ich es nicht.
Aber – hoffentlich!! – scheint er sich auch noch woanders mit durchzufuttern, er kommt bisher nur selten, um bei uns zu fressen. Wir können nur hoffen ihm genug Neugier und Vertrauen einzuflößen, dass er zutraulich wird und sich anfassen und regelmäßig füttern lässt. Vielleicht traut er sich dann auch zu uns ins Haus – unsere Tür steht ihm jedenfalls offen.

Mit dem nötigen Vertrauen könnten wir den kleinen Kerl bei unserer Tierärztin auf einen Chip oder eine Tätowierung durchchecken lassen – oder vielleicht kennt sie ihn und kann ihn einem Besitzer zuordnen, dann müssten wir uns darum keine Sorgen mehr machen – und womöglich zieht er dann doch im Laufe der Zeit zu uns um, wenn es ihm bei uns besser gefällt…

Es scheint ihn niemand zu vermissen – im Supermarkt ist er nicht ausgehängt, in der Zeitung und im Internet wird er nicht gesucht – auf den Tierheim-Homepages in unserer näheren und weiteren Umgebung ist er nicht gemeldet.
Beim Tierheim als gefunden melden werde ich ihn erst, wenn er sich für uns entscheidet und ich mir sicher bin, dass er verloren gegangen ist… Ein halbes Jahr danach würde er uns dann auch offiziell gehören.

Mann-o-Mann, war das eine kurze Nacht…
Zum Glück habe ich heute frei! Seit etwa 2 Wochen sitze ich ja beim geringsten Katermaunzen schon aufrecht im Bett – und heute Nacht um halb vier, als es unter meinem Fenster laut Aumauuu… machte, sprang ich gleich aus dem Bett und in meine Puschen, um mich im Dunkeln bis an die Terrassentür zu tasten und draußen Licht anzumachen – nichts zu sehen…

Tarik am 21. März

Tarik am 21. März

Ich wieder zurück in mein erleuchtetes Zimmerchen – da sitzt Katerchen draußen auf der Fensterbank und schaut in den Garten. Ich zurück in die Küche, Schälchen gemacht und ihm unter Lockrufen auf die Terrasse gestellt – es passiert nichts. Ich das Schälchen wieder hereingeholt, um es ihm im Schlafzimmer auf der Fensterbank zu servieren (…ohne daran zu denken, dass ich den Holzvorbau seit Udos Schrankaufstiegskonstruktion nicht mehr abnehmen und daher auch das Fenster gar nicht mehr ganz öffnen kann…) – die Fensterbank ist leer.
Ich mit dem Schälchen zurück auf die Terrasse und setze mich drinnen hinter die Tür, die ich ein Stück weit offen gelassen habe – da ist Katerchen auch schon da und stürzt sich hungrig auf das Fressen, während ich ihm durch die offene Tür etwas erzähle.

Inzwischen höre ich Nicki ein Stückchen hinter mir im dunklen Esszimmer, wie sie sich nervös die Nasenspitze leckt. Und ich höre ein Hops-Hops aus dem Wohnzimmer, Moritz steht auf und bleibt auch ein Stück hinter mir sitzen…

Inzwischen ist Katerchen fertig mit fressen und steckt seinen Kopf durch die Tür, um mich zu begrüßen. Hätte ich ihm – aus Rücksicht auf Moritz und die nervöse Nicki – nicht die Hand vor den Türspalt gehalten, wäre er bestimmt ganz herein gekommen. So geht er ein paar Schritte zurück auf die Terrasse und putzt sich und ich kann die Tür weiter aufmachen, mich im Sitzen herausbeugen und mich richtig mit ihm unterhalten, er hat keine Angst vor mir.

Tarik am 21. März 2010

Tarik am 21. März 2010

Dann marschiert er die Stufen hinunter bis zum Katzenminzebeet gleich am Fuß der Treppe und malträtiert und misshandelt die jungen Triebe mit allen 4 Pfötchen gleichzeitig – er berauscht sich, dass es eine wahre Freude ist. Da haben wir also noch einen Katzenminze-Junkie — Peace, mähn…

Tarik in der Katzenminze

Tarik in der Katzenminze

Moritz huscht zur offenen Terrassentür hinaus und kauert sich gleich oben an die Treppe, um Katerchen zu beobachten. Nach einer ganzen Weile – Nicki und ich sitzen bei +5°C im Schlafanzug auf der Fußmatte draußen vor der Terrassentür und schauen dem Katertreiben zu – bricht Moritz zu seinem Morgenrundgang auf, Katerchen wird einfach ignoriert. Nicki und ich gehen wieder hinein, uns ist doch zu frisch draußen – und ich liege gerade wieder im lauwarmen Bett, als draußen der Strahler über der Schuppentür angeht und mich direkt anleuchtet. Also wieder raus aus dem Bett, Katerchen sitzt direkt vor der Terrassentür und ist anscheinend immer noch hungrig.

Nicki sitzt drinnen vor der Tür, guckt ihm zu und ist ganz ruhig, ich eile in die Küche um das Schälchen nachzufüllen und bin nach knapp 30 Sekunden wieder an der Tür – da ist Nicki am Spucken und am Knurren und Katerchen hat sich in den schwarz-weißen Felixkater-Verschnitt von neulich verwandelt… Katerchen ist weg, Nicki dreht am Rad, der Schwarzweiße steht vor der Tür und läßt sich von mir nur höchst mühsam verscheuchen, er ist dreist und kein bisschen scheu. Schließlich geht er, Nicki geht raus und ich gehe wieder ins Bett – das frische Futterschälchen habe ich erst mal eingetütet in der Küche deponiert.

Kaum liege ich wieder im inzwischen kalten Bettchen, geht draußen Getöse los – ich also wieder zur Terrassentür geeilt, Moritz steht drinnen vor der Scheibe und ist am Knurren und am Keifen, ich bin hinaus und erwische den Schwarzweißen, wie er versucht, die im Lichtschacht sitzende Nicki zu vertrimmen. Sie sitzt unten vor der Kellerklappe und er schlägt mit einer Pfote immer wieder gegen die als Regenschutz angebrachte, schräg gegen die Wand lehnende Plexiglasscheibe – ein unglaubliches Getöse. Der Schwarzweiße hat auch gar nicht vor, damit aufzuhören – ich muß mit zusammengeklaubten Erd-/Blätter-Klumpen in seine Richtung werfen, bis er endlich davonläuft.

Ein kleiner Terminator, der Schwarzweiße – ganz schmal und langgliedrig gebaut, man glaubt gar nicht, das er gestandene Kater wie Moritz in Angst und Schrecken versetzen kann…

Heute Nachmittag klingelte ein junger Mann bei uns an der Tür und fragte Udo, ob uns vielleicht ein Siamkater entlaufen sei. Seit 2 Tagen sitze er in der nächsten Seitenstraße bei ihm Zuhause vor einem Fenster auf der Fensterbank und maunze… Die beiden waren sich schnell einig, dass sie versuchen wollten, Katerchen einzufangen. Gesagt, getan – Katerchen war schnell, aber der junge Nachbar war schneller. Udo hat ihn dann im mitgebrachten Transportkorb Nachhause getragen und zwei unserer Kellerräume als Unterkunft hergerichtet. Und ihn dann einige Zeit später problemlos wieder eingepackt und zu unserer Tierärztin gebracht – Katerchen ist etwa 1 Jahr alt, vielleicht auch jünger. Er ist in gutem Zustand, aber etwas mager – und das Fell zeigt deutlich, dass er schon geraume Zeit draußen lebt.
Tätowiert oder gechipt ist er nicht.

Er ist sehr lieb, lässt sich streicheln und auf den Arm nehmen, futtert wie ein Scheunendrescher und redet wie ein Bilderbuch. Aber leider markiert er auch, wie sich das für einen unkastrierten Kater gehört. Und stinken tut es…
Das steht einem Umzug in unsere Schlafräume nun leider im Weg – da kann er so lieb sein, wie er will. Ich weiß nur nicht, wie er wochenlang im Keller leben soll, bis wir ihn dann vielleicht irgendwann kastrieren lassen können. Wir schauen nun erst mal über die Ostertage, wie sich die Lage hier entwickelt. Moritz saß heute schon unten vor der Tür und schnupperte.
Und Nicki weiß Bescheid und ist beleidigt…

Unser Kellerkind am 1. April 2010

Unser Kellerkind am 1. April 2010

Gestern Abend war Katerchen übrigens auch schon hier – Abends hörte ich Katergezeter vor der Seitentür und als ich rausging, standen sich Katerchen und Moritz drohend gegenüber, Moritz flüchtete ins Haus und Katerchen ergriff die Flucht.

Wir haben uns nun übrigens auf einen Namen geeinigt – auf Tarik. Das bedeutet ‚nächtlicher Besucher’ oder ‚der an die Tür klopft’.

Nachdem Udo und ich uns nun beide längere Zeit mit Tarik beschäftigt haben, konnten wir beobachten, dass er sich zunächst freut, Gesellschaft zu haben – er kommt zur Begrüßung und lässt sich streicheln, schnurrt sogar – und plötzlich schlägt es um: er kriegt ganz dunkle Augen, legt die Ohren zurück, stößt halb fauchende Miaus aus und sucht Arme und Beine seines Gegenüber nach einer Stelle ab, in die er sich verbeißen kann.
Er richtet sich richtig an einem auf und guckt, wo er denn am besten ansetzt, verbeißt sich (eher feste zukneifend) ins Hosenbein oder den Jackenärmel und hält ganz still fest.

Als ich aufstehe, nachdem er sich in meine Hose verbissen hat, schlingt er alle vier Beine um mein Bein, um bloß nicht loslassen zu müssen. Mit anpusten und ‚zurückfauchen’ lässt er sich nicht abhalten, er verfolgt einen durch den ganzen Raum und versucht erneut anzusetzen. Da bleibt nur die Flucht. Spielen kennt er gar nicht, nichts interessiert ihn, außer fressen und feste zukneifen. Was ist davon zu halten? Mir fiel als erstes der Nackenbiss bei der Paarung ein – kann es sein, dass ihn sein Katerverlangen so auf Abwege führt?

Tarik wird kastriert, ich habe heute Morgen bei unserer Tierärztin angerufen, nachdem er wieder versucht hat, Udos Arm zu vergewaltigen. Etwas später hat Tarik sich dann aber schnurrend auf meinem Schoß zusammengerollt und sich zärtlich kraulen lassen. Er hat zwar auch mehrmals angesetzt, in meine Ärmel zu beißen, ließ dann aber von mir ab, nachdem ich ihn angepustet hatte.
Er war bei mir auf dem Schoß auch die ganze Zeit am Schnurren – wenn er ‚auf Testeron’ ist, bricht das Schnurren plötzlich ab, er kriegt dunkle Augen und stößt spitze Schnurr-Fauch-Miau-Laute aus, während er unsere Arme oder Beine nach einem Punkt zum Zubeißen absucht – vielleicht kann er nicht so schnell entscheiden, was denn jetzt der Nacken für den Nackenbiss ist …

Udo baut dem kleinen Kerl einen Freisitz vor sein Kellergefängnis, guckt ihr hier:

Udo baut...

Udo baut…

Der Freisitz entsteht

Der Freisitz entsteht

Das Gestell wird noch mit stabilem Drahtgeflecht bespannt, aus der Lichtschacht-Abdeckung wird ein Durchstieg ausgesägt, es kommt eine Holzplattform als Sonnenliege hinein, der Käfig wird unter dem vorstehenden Putz festgeklemmt und rundum werden ordentlich große Steine gelegt, um Aus- oder Einbruch-versuche zu verhindern. So kann unser kleines Kellerkind Frischluft und Sonne tanken und die Katzis können voreinander geschützt miteinander Kontakt aufnehmen. Udo hat den Freisitz gleich fertig gebaut und vorsichtshalber doch an der Hauswand verschraubt…

Und dann war es soweit, Tarik hat den Freisitz inspiziert. Erst war zwar das frische Futterschälchen wichtiger als das offenstehende Kellerfenster – aber dann hat er ganz vorsichtig sein Köpfchen durch die Öffnung des Lichtschachtgitters gesteckt… Und ist hinaufgehopst.

Tarik sitzt Probe

Tarik sitzt Probe

Erst hat er sich alles angeschaut, dann sein Köpfchen überall gegen das Gitter gepresst… Wir mussten ein paar Mal die umgeschlagene Fußmatte mit einem Handgriff durchs Kellerfenster wieder hinlegen und dachten schon, dass war der Wind… Aber als wir ihn in einem unbemerkten Moment von der Hausecke aus beobachten, versucht er mit beiden Vorderpfötchen grabend wie ein Kaninchen die Matte und alle Hindernisse darunter beiseite zu räumen – dummerweise sitzt er selbst mit seinem Körpergewicht auf der passgenau zugeschnittenen Platte direkt unter der Matte – und darunter ist zwar erst mal nur Sand – aber dann eine dicke Schicht recht großer Kieselsteine. Nur gut, dass Udo das Gerüst an der Wand festgeschraubt hat!

Terrasse mit Ausblick

Terrasse mit Ausblick

Tarik und Moritz am 8. April

Tarik und Moritz am 8. April

Wir werden Tarik ganz sicher irgendwann wieder Freigang gewähren, und dann erst wird sich zeigen, ob er wirklich bei uns bleiben will. Wenn er erst kastriert ist und sich von dem Eingriff erholt hat – und sich hoffentlich alle drei Katzis an den gegenseitigen Anblick gewöhnt haben – werden wir ihn von seinem sicheren Hort im Keller aus das Haus erkunden lassen. Vielleicht zieht er selbst nach oben um, wenn es zwischen den Katzis ganz gut klappt. Und erst, wenn es hier (hoffentlich) einigermaßen läuft – und ihn nichts forttreibt – möchte ich ihn wieder nach draußen lassen. Wir werden sehen…

Tarik hat seine ‚Entbommelung’ gut überstanden, heute Mittag war er schon wieder wach – unsere TA-Helferin hat extra angerufen und uns Bescheid gegeben. Weil unsere Kellerräume nicht gerade ideal sind für frisch-narkotisierte Katzen, bleibt Tarik noch über Nacht bei unserer Tierärztin. Morgen früh holt Udo ihn wieder ab.
Nächste Woche lassen wir ihn dann mal das Haus erkunden und schauen, wie sich alles hier entwickelt… Gechipt ist Tarik nun auch, wir werden ihn bei Tasso melden, damit er nicht wieder verloren geht.

Tarik ist dabei, richtig im neuen Zuhause anzukommen…:-)
Die Kastration hat ihm gut getan! Er ist nach und nach ruhiger geworden und hat sogar angefangen, mit Spielmäusen zu spielen. In Ärmel kneift er nur noch ganz sporadisch. Gestern Abend haben wir ihn das erste Mal mit nach oben genommen, Nicki und Moritz waren draußen unterwegs und Tarik war offensichtlich der Ansicht, es sei jetzt alles seins – angefangen vom Probeliegen auf allen Liegeplätzen bis hin zum ‚fremdgehen‘ mit Moritz‘ Baldriankissen…

Als er Nicki durchs Fenster sah, regte er sich etwas auf – und als dann Moritz nach Hause kam, war es mit der Ruhe vorbei. Tarik sang in den höchsten Tönen, wir konnten ihn kaum bändigen und haben ihn nach 2 Stunden erst mal wieder in sein Kellerquartier gebracht. Über Nacht war es dann auch ruhig im Haus, Nicki und Moritz haben oben ganz entspannt geschlafen – obwohl es bestimmt überall nach Tarik roch. Aber vielleicht tut ja auch Feliway seinen Dienst…;-)

Heute Morgen nach dem Frühstück ging es dann weiter – Nicki schlief auf ‚ihrer‘ Tonne, Moritz war draußen spazieren, Tarik begrüßte mich unten freudestrahlend und ignorierte sogar die offene Tür – gucken, was ich im Haushaltskeller mache, war viel wichtiger! Aber dann stürmte er nach oben und inspizierte die Wohnung, Nicki hatte er dabei überhaupt nicht bemerkt, sie schlief ja auch ganz ruhig.

Tarik und Nicki am 10. April

Tarik und Nicki am 10. April

Erste Annäherungen

Erste Annäherungen

Bis er unter ihr Geräusche machte, da war sie wach, bewegte aber nur die Augen und behielt ihn immer im Blick. Als Moritz dann auch von seinem Spaziergang zurück kam, ging das Tarik-Theater wieder los – Jodeln in den höchsten Tönen.
Dumm nur, dass er Moritz dabei keineswegs ausweicht – im Gegenteil, er geht immer heulend und jodelnd drauf zu. Moritz setzte sich hin und brummte und Tarik dachte sich mit einem Sprung auf die Sofa-Rückenlehne einen Vorteil zu
verschaffen – aber da knurrte ihn Nicki an, die auch in Pfotenhieb-Reichweite war.

Zwei gegen einen? Da war selbst Tarik erst mal ruhig und hat sich – mit etwas Nachhilfe unsererseits – in eines der Fensterbank-Körbchen zurückgezogen. Es gab noch etwas hin und her – dann lagen Nicki und er auf eine Armlänge Entfernung entspannt auf ihren Plätzen und schliefen – und Moritz saß ein Stückchen weiter laut schnurrend auf der Fensterbank und machte verliebte Augen.
Aber nicht zu mir, er saß da und betrachtete das, was von Tarik im Körbchen noch zu sehen war: hellbraunes Fell und dunkle Öhrchen… Erklär mir doch mal einer die Katzenseele. Ob Moritz sich bei dem Anblick an Boncuk erinnert?

Brave Katzis

Brave Katzis

Tarik im Körbchen

Tarik im Körbchen

Jetzt – nach ein paar Stunden entspanntem Schlafen – ist Nicki aufgestanden, hat sich noch auf der Tonne ganz in Tariks Nähe ausgehfein gemacht, und ist dann hinaus zum Spazieren gehen. Tarik ist einmal aufgestanden, hat Nickis Platz abgeschnuppert und in der Küche gefuttert, bevor er sich wieder in sein bevorzugtes Fensterbank-Körbchen schlafengelegt hat. Und Moritz schläft ganz entspannt auf seinem Lieblingsplatz auf der Esszimmer-Fensterbank, direkt neben meinem Platz am Tisch.

Ich bin sprachlos und begeistert – was für tolle Katzen, wieviel Vertrauen sie in uns setzen!!!

Es fällt auf, dass Tarik einfach nur dabei sein möchte – er scheint recht zufrieden mit der veränderten Situation und macht keinerlei Anstalten, hinaus zu wollen. Jetzt müssen wir ihn nur noch dazu bringen, die beiden Großen nicht dauernd anzumachen – sein Kater-Kampfgeheul nervt Moritz und verschreckt Nicki so sehr, dass sie nicht mehr fressen mag. Also werden wir ihn erst mal nur stundenweise nach oben lassen – abends wandert er wieder in sein Keller-Separee, dann können sich hier alle erholen.

Ich glaube, das war ein guter Anfang gestern. Natürlich haben wir es nicht übers Herz bringen können, ihn abends wieder unten einzusperren. Tarik ist mit uns schlafen gegangen – unsere Schlafräume lassen sich durch eine Flurtür vom Rest des Hauses abtrennen. Erst hat er bei Udo ganz still auf der Bettdecke gelegen. Als er sich mitten in der Nacht ein aufgeregtes Häufchen Durchfall abgepresst hat und ich aufgestanden bin, um das Klöchen zu putzen und den Gestank einzutüten, ist er dann in mein Schlafzimmer gewechselt und hat den Rest der Nacht brav in einem Katzenkörbchen am Fußende meines Bettes geschlafen.

Als Tarik mich heute Morgen zeitig aus dem Bett geworfen hatte – ich habe mir für die Katzenzusammenführung extra eine Woche Urlaub genommen – waren Nicki und Moritz schon auf und davon. Sie sind von Tarik etwas angenervt. Solange alle auf ihren Schlafplätzen ruhen und er die Klappe hält, ist alles gut – aber wenn sich hier 2 oder mehr Katzen bewegen und aufeinander treffen, geht das Katergeheule los. Moritz steht ihm aber in nichts nach – er quäkt nicht, übt aber durch sein Verhalten ständig Druck aus. Die beiden Kater gehen sich dabei keineswegs aus dem Weg – ständig ist der eine hinter dem anderen her, vielleicht aus Neugierde, wahrscheinlich aber, um ihn irgendwie in die Enge zu treiben – jedenfalls läuft es immer wieder genau darauf hinaus.
Moritz ist dabei viel erfahrener – ein richtig durchtriebener kleiner Schurke, der jede Schwachstelle des Gegners ausnutzt. Tarik ständig aus der Bredouille zu ziehen, ist ganz schön anstrengend… Gut ablenken kann man beide Kater durch spielen und durch füttern – dann ist plötzlich alles andere unwichtig.

Nicki kommt zurzeit leider nur zum schlafen nach Hause – aber wenigstens schläft sie im Wohnzimmer, Tarik hin oder her. Futtern mag sie in seiner Gegenwart leider nicht, im Moment macht sie uns deshalb etwas Sorgen, wir waren heute schon beim Tierarzt mit ihr.

Am zeitigen Nachmittag heute waren wir mit allen drei Katzen im Garten – Tarik macht gar keine Anstalten, aus unserer Sichtweite zu verschwinden – er ist immer in der Nähe. Aber Moritz leider auch, immer auf der Suche nach einer günstigen Angriffsmöglichkeit – und sei es auch nur, um so zu tun als ob…
Nicki hielt sich von beiden fern, aber wir haben schön miteinander gespielt.

Heute ging hier die Post ab…
Nachdem Tarik und Moritz heute Morgen noch relativ einträchtig – und ganz ohne Knurren und Quäken – nebeneinander gefrühstückt haben, bin ich nach unserem eigenen Frühstück mit Tarik und der Katzenangel rausgegangen. Moritz war schon länger draußen unterwegs und nicht mehr in der Nähe – so sind wir problemlos durch den Garten spaziert und haben unterwegs Nicki getroffen, die sich auch für die Katzenangel interessierte.
Aber so richtig miteinander spielen wollten beide nicht – Tarik weiß wohl nicht, wie er Nicki einschätzen soll und versucht ihr immer wieder auf den Zahn zu fühlen…

Gemeinschaftsfuttern am 17. April

Gemeinschaftsfuttern am 17. April

Als Nicki in unserer noch recht zarten Linde hochkletterte, kletterte Tarik mit Schwung hinterher – aber mit der Katzenangel konnte ich ihn dann wieder hinunter und von ihr weg locken. Als ich dann mit beiden im Schlepptau schon auf dem Rückweg Richtung Haus war, stieß Moritz zu uns.

Mit den Katzis im Garten

Mit den Katzis im Garten

Um Eskalationen zu vermeiden, habe ich Tarik mit Leckerchen herangelockt und dann im großen Bogen an Moritz vorbei auf dem Arm zurück ins Haus getragen. Besonders glücklich war der kleine Bursche darüber nicht, er wollte gleich wieder raus. Aber er hat sich dann geduldet bis heute Nachmittag, da haben Udo und ich ihn wieder mit hinaus in den Garten genommen.
Und gleich war Moritz wieder da, immer hinter Tarik her, der ihn durch Katergejaule auf Abstand zu halten versuchte.
Und hinten am Teich hat Moritz dann Tarik gestellt, wir waren weit genug entfernt – alles perfekt… Dachte er…
Ich hätte auch gedacht, dass Moritz Tarik überlegen ist – größer, schwerer, erfahrener. Nicht durch Zucht degeneriert.
Aber dieser taffe kleine Kater hat eine mehrmonatige Einzelkämpferausbildung hinter sich. Beim Raufen sind beide zusammen in den Teich gefallen, Moritz nur ins flache Wasser, Tarik richtig ins Tiefe – aber bevor Moritz die Flucht ergreifen und richtig Geschwindigkeit aufnehmen konnte, war Tarik schon aus dem Wasser, patschnaß hinter ihm her und hat ihn sich geschnappt. Sie sind dann fauchend und keifend auf dem Nachbargrundstück verschwunden…

Wir sind ums Haus nach vorne gelaufen, aber sie kamen nicht an der Straße heraus. Durch Lauschen haben wir sie dann hinterm Haus an der Grundstücksgrenze unter unseren Regenwassertanks orten können – Moritz saß knurrend unter den Tanks und Tarik saß drohend davor… Verkehrte Welt…;-)

Durch Udos Zureden ließ Tarik dann von Moritz ab und setzte sich einige Meter weiter, um sich durch die Sonne und seine flinke Zunge zu trocknen – Moritz kam einige Zeit später über die Tanks und den Holzstapel zu mir herüber geklettert, um sich auch zu putzen.
Seither ist noch keiner wieder Nachhause gekommen – Tarik hat mich vorm Haus an der Rose arbeiten sehen und kam zu mir, um mich zu begrüßen – aber nur kurz, dann war er schon an der Straße und beschnupperte die Hecke.
Angebotene Leckerchen interessierten ihn nicht. Udo ging ganz langsam zu ihm und konnte ihn hochnehmen und schmusen. Aber als er ihn dann im Vorgarten absetzte, war er gleich wieder auf und davon, wälzte sich ausgiebig in der Einfahrt im Staub und verschwand wegen eines herannahenden Treckers in großen Sprüngen auf dem Nachbarsgrundstück.
Er kam dann nochmal heran, um die in der Hecke kauernde Nicki anzubrummen, aber sie reagierte einfach nicht, wollte sich mit ihm auch nicht prügeln – da ist er dann davon stolziert…

Wir werden sehen, wie es hier weitergeht – ob die Bindung an uns schon so stark ist, dass er wieder kommt. Und wenn er wieder kommt, ist immer noch die Frage, wie er sich dann den anderen gegenüber benehmen wird – ob es mit diesem einen Zusammenstoß getan ist oder ob es ständig weiter Zoff gibt…

Ich hielt es für besser, die Kater die Spannungen draußen im Freien austoben zu lassen, bevor hier im Haus der Deckel explodiert, den wir die ganze Zeit drauf gehalten haben.
Wenn er nicht bei uns bleiben will, wird er nicht bleiben, auch wenn wir ihn noch ein paar weitere Wochen einsperren. Aber ich hoffe, dass er einfach nur ein bisschen die Freiheit genießt und in den nächsten Tagen wieder auftaucht.

Moritz habe ich vorhin im Katzenkeller gefunden, da lag er ganz still und klein zusammengerollt und war am Schlafen. Tröstenden Zuspruch hat er schnurrend entgegen genommen…

21.32 Uhr – Tarik ist wieder da!
Mal schauen, wie es jetzt hier weitergeht… Moritz hatte vorhin gar keinen Hunger und ist ohne zu fressen hinaus. Nicki ist durch den Keller hereingekommen und ohne zu fressen auf ihre Tonne. Und nicht mal Tarik hat Hunger – er sitzt neben Udos Ellenbogen am Esstisch, hat sein Schälchen stehen gelassen (!) und geiert nach der Hähnchenkeule, die Udo gerade isst…

Moritz ist gestern Abend bestimmt die Niederlage auf den Magen geschlagen – da er nicht von alleine aus dem Keller herauf kam, ist Udo recht spät in den Katzenkeller hinunter gegangen, um ihn zum Fressen zu holen. Und während er lustlos an seinem Schälchen saß, kam Tarik Nachhause und wollte auch fressen.
Er ließ Moritz aber brav in Ruhe und stürzte sich heißhungrig auf ein eigenes Schälchen (…bis zur Hähnchenkeule – Tarik versucht hier bei Tisch immer von jeder Seite an die Teller heran zu kommen, man darf ihn beim Essen keinen Moment aus den Augen lassen.) Als Moritz an seiner Schwanzspitze schnupperte, quittierte er das nur mit einem Quäken, er drehte sich nicht mal herum. Möhrchen saß erst noch unschlüssig im Esszimmer und ging dann wieder in den Keller zum schlafen.

Heute Morgen waren die Großen schon unterwegs, als ich Tarik aus den Schlafräumen heraus ließ – und nach einem ausgiebigen Frühstück zog er dann auch los. Nicki und Moritz kamen nacheinander und ließen sich versorgen –Nicki nahm wieder nur 20 g Futter und ganz widerwillig ihre Malzpaste (das ist sonst ihr Lieblingsleckerli) und die Medizin, Moritz hat richtig gefrühstückt.

Die Tierärztin hatte uns Montag gefragt, ob Nicki wohl schon vor längerem entwurmt worden ist – eigentlich war ich sicher, dass es noch nicht lange her ist, aber beim Blättern im Kalender stellte ich heute Morgen fest, dass mich Pamuk durcheinander gebracht hatte. Nicki und Moritz waren längst überfällig – also ist Udo gleich schnell zum TA, Wurmmittel holen. So haben wir die drei heute nacheinander entwurmt – Nicki war die erste, beim Gartenspaziergang konnte ich sie lange genug festhalten, um ihr das Mittel in den Nacken zu tropfen. Und weil sie sich losriss, bevor ich fertig war, bekam sie die letzten Tröpfchen dann auf Udos Arm ins Nackenfell.

Heute Mittag hat sie erst eine Leckerli-Stange und dann auch das probehalber angebotene halbe Schälchen Futter verspeist, alles in der Einfahrt in der Sonne sitzend, wohin ich es ihr hinterher getragen hatte… So hat sie heute, mit Leckerlie, wenigstens schon 100 g gefuttert – wenn ich nachher nochmal so viel in sie hinein kriege, bin ich glücklich!

Ach, leider hat sie gestern Abend nur ein paar Bröckchen gefressen – und heute Morgen wieder erbrochen. Heute Nachmittag sind wir wieder mit ihr beim Tierarzt. Leider schaffen wir es auch nicht, ihr das homöop. Mittel regelmäßig einzugeben – sie ist einfach nicht regelmäßig genug da, und wenn sie abends kommt, springt sie gleich auf die Tonne – ihren Lieblingsschlafplatz – und von da möchte ich sie nicht vertreiben, sonst kommt sie vielleicht gar nicht mehr in die Wohnung.

Von ihrer Appetitlosigkeit und dem Erbrechen abgesehen geht es ihr gut – sie lässt sich durchwalken wie eh und je, keinerlei schmerzhaften Bauchbeschwerden. Sie fordert uns zum Spazierengehen auf und freut sich, wenn wir mit ihr durch den Garten gehen, ist verschmust und schnurrt beim streicheln.

Wir hatten extra einen zeitigen Termin beim TA vereinbart, vor der eigentlichen Sprechstunde, weil ich selbst heute Nachmittag auch einen Arzttermin hatte – alles klasse vorbereitet, doch wer war nicht da? Nicki.
Wir sind rufend durch den Garten gezogen, einer vorne, einer hinten – unser Schneckchen ist nicht aufgetaucht…
Als ich ums Haus nach vorne kam, saßen Tarik und Moritz einträchtig vor der Haustür in der Sonne – da habe ich mich erst mal ganz entspannt dazu gesetzt. Einige Minuten später wurde es bei Nachbars laut, die Kinder tobten durch den Garten – da tauchte dann auch Nicki auf – und wurde gleich eingepackt und zum Tierarzt gekarrt.

Nach 10 enttäuschenden Gramm Futter heute Morgen hatte sie heute Mittag doch immerhin weitere 50 g und einen Klacks Ulmenrinde mit Malzpaste gefuttert – und nachmittags habe ich ihr weitere 50 g nach draußen hinterher getragen, die sie ebenfalls unter gutem Zureden gefressen hat.
Nun hat sie beim TA nochmal Nux vomica gespritzt bekommen und wir sollen ihr über die nächsten Wochen täglich Tropfen zur Leberentgiftung geben.
Als Nicki heute Abend hereinkam, hat sie vor dem Sprung auf ihre Lieblingstonne noch weitere 30 g verputzt – nun bin ich erst mal froh!

Heute läuft hier alles sehr viel entspannter – alle Katzis haben fein gefuttert, auch Nicki. Heute Morgen habe ich das erste Mal rohes Hühnchenfleisch gefüttert – Nicki und Tarik sind begeistert und lassen ihr anderes Futter dafür stehen, Moritz schleckt nur dran und zieht dann doch sein normales Futter vor.
Ich habe vor ein paar Tagen eine kleine Probierauswahl bei Elsenecks Barfshop bestellt und wenn das Rohfutter hier weiterhin so gut ankommt, wird es das jetzt öfter geben. Moritz kann ich es ja nach und nach unter sein Miamor mischen…;-) Da wird er sich schon dran gewöhnen.

Hier bei uns spielt sich alles immer mehr ein – Moritz sucht immer noch jede Gelegenheit, um Tarik hinterher zu steigen – aber richtig böse Übergriffe hat es nicht mehr gegeben.
Nicki ist völlig cool – seit es Frischfleisch zu futtern gibt, lässt sie sich von Tarik nicht mal mehr ihr Schälchen abjagen, das frisst sie lieber selber…;-)
Und Tarik hat uns Samstagabend ziemlich nervös gemacht – wir waren Abends noch zu einem Geburtstag eingeladen und als wir dorthin fuhren, waren alle Katzis draußen.
Tarik weiß noch nicht, wie er durch die Klappen wieder hinein kommt – dafür konnten wir ihn bisher nicht interessieren. Als wir gegen 21.00 Uhr wieder Zuhause waren, waren Nicki und Moritz drinnen – und Tarik nicht da. Er kam an dem Abend auch nicht mehr, das war vielleicht eine unruhige Nacht. Als ich am nächsten Morgen ziemlich gerädert aufstand um nachzusehen, saß Moritz draußen vor der Terrassentür – und als ich ihn rein ließ, machte es Plumps – und Tarik hopste draußen von der Wohnzimmerfensterbank und wollte auch rein. Und hatte Hunger – er war die ganze Zeit am quäken, bis endlich die Schälchen serviert wurden…

Nicki hat sich bei ihrer Futterwahl jetzt übrigens bedingungslos auf Frischfleisch festgelegt – was anderes kommt ihr nicht mehr ins Schälchen, sie frißt es einfach nicht. Mein Nachschubproblem (schon bestellt, aber noch nicht geliefert…) werde ich heute durch selbstgeschnetzeltes Hähnchenfilet zu lösen versuchen.In 2 Tagen ist meine Großbestellung hoffentlich da… Solange muss ich Tarik noch hinhalten, der will auch lieber Frischfleisch, frisst aber auch die anderen Futtersorten.

Tarik heißt seit heute ‚Tarik Ben’…

Und das war so: Tarik geht normalerweise abends mit Udo zusammen schlafen und kuschelt die ganze Nacht bei ihm, aber nach der Nacht neulich, in der er nicht Nachhause kam, gab es mittlerweile noch 2 Nächte, in denen er mit Abwesenheit glänzte, bis Udo ihn dann frühmorgens vor unserer Terrassentür sitzend fand.

Das letzte Mal gestern – mittags ließ Udo ihn nach einem langen Morgenschläfchen hinaus und er kam und kam nicht wieder… nicht zum Abendfutterschälchen, nicht zum Schlafengehen. Früh um drei fand Udo ihn wieder vor unserer Terrassentür und ließ ihn hinein, er futterte 2 Schälchen auf einmal und ging mit Udo schlafen…

Sonnenbad

Sonnenbad

Total entspannt am 24. April

Total entspannt am 24. April

Morgens beim Schmusen bemerkte ich etwas Hartes in seinem Brustfell und beim Nachschauen stellte ich fest, dass das die Enden eines um seinen Hals geknoteten rosa Stoffbandes waren…
Ich dachte genau wie Udo zuerst an spielende Kinder, vielleicht ein kleines Mädchen in der Nachbarschaft, das ihn nicht wieder gehen lassen wollte. Wir banden ihm das Wildlederhalsband mit Gummizug um, dass wir hier schon länger liegen hatten und steckte in den Adressanhänger einen Zettel mit der Aufschrift: ‚Ich heiße TARIK und wohne: blablabla… – Tasso-Reg.Nr.: …’
Mittags gegen eins – halb zwei ging Tarik nach einem langen Schläfchen wieder spazieren…

Gegen drei hielt ein dicker Peugeot vor unserer Einfahrt und eine junge Frau Mitte 20 sprach Udo an:
„SIE HABEN UNSEREN KATER…!“ Udo hörte sich 3 Sätze an und setzte sie dann auf den ‚Pott’ – Warum IHR Kater wohl immer wieder zu uns komme? Was er wochenlang bei -12° C draußen in Schnee und Eis verloren habe? Warum er nicht gechipt und nicht kastriert sei? Ob sie Zettel rausgehängt und beim Tierheim oder der Polizei nachgefragt hätte, als er weg war? Dann nämlich hätten wir ihn ihr direkt wieder Nachhause gebracht!

Nein – sie hatten keine Zettel rausgehängt, sie hatten ja nicht mal ein Foto von ihm. Und sie hatten keine Such-Anzeigen aufgegeben und auch nicht beim Tierheim, Tierarzt oder der Polizei nachgefragt. Der ‚Züchter’ hatte ihnen gesagt, unkastriert könnte es halt sein, dass er mal 4 Wochen weg sei…
Und als sie ihn vor Ostern dann endlich kastrieren lassen wollten, da war er bereits auf und davon.

Udo nahm sie mit ins Haus und zeigte ihr unsere Fotosammlung – Tarik bei Eis und Schnee auf unserer Terrasse, Tarik zusammen mit Nicki und Moritz beim Fressen, Tarik zusammen mit Nicki und Moritz (und mir) in unserem Garten unterwegs, Tarik völlig entspannt auf dem Rücken im Körbchen auf der Fensterbank liegend…
Sie erzählte dann, dass er Ben heiße, gerade 1 Jahr alt sei und von einem Züchter im nächsten größeren Dorf stamme – reinrassig und angeblich 600,- Euro wert. Sie hätte ihn bei ihrer Mutter bei uns im Ort untergebracht (ca. 700 m Luftlinie querfeldein über die Felder), selbst lebe sie mit ihrem Mann auf der anderen Weserseite und sie würden im Moment bauen und hätten darum nur wenig Zeit für ihn.

Sie war sich dann mit Udo einig, dass man Tarik Ben nicht mehr einsperren kann – und dass er wohl selbst entscheiden wird, wo er bleiben will. Über einen Kostenausgleich müsste man sich dann irgendwie einig werden, uns sind ja für den Tierarzt auch Kosten entstanden.
In der letzten Zeit ist er bei ihnen nur noch gelegentlich zum Schlafen aufgetaucht – und da sie kein Halsband zur Hand hatte, hat sie ihm gestern das Stoffband umgebunden, heute wollte sie eigentlich ein Halsband für ihn kaufen…

Sie fuhr dann erst wieder.
Eine halbe Stunde später war sie wieder da, zusammen mit ihrer Mutter und mit Tarik Ben. Sie hätten das besprochen – Tarik hat es bei uns besser, sie würden ihn nun nicht mehr füttern und ihn uns bringen, wenn er wieder bei ihnen auftaucht. Mit der Zeit bleibt er vielleicht ganz bei uns und läuft nicht mehr so weit – falls er nicht noch ein drittes Zuhause hat. Wenn er wirklich bei uns bleiben will, können wir uns immer noch über Kosten einigen…

Hier bei uns wird aus Tarik gerade wieder der kleine Besucher – er zieht sich immer mehr zu seinem alten Zuhause, von vorgestern Nachmittag an war er wieder fort. Als Udo heute Mittag dort vorbei fuhr, sonnte Tarik sich gerade im Haus vor der Terrassentür liegend. Er hat ihn dann mit zu uns genommen, aber nach einem Futterschälchen hat Tarik sich wieder auf den Heimweg gemacht – heute Abend fuhr Udo noch einmal dorthin, er war seit Nachmittags wieder da.

Udo hat heute Abend mit der Familie telefoniert, wenn er sich dort wieder Zuhause fühlt, soll er dort auch bleiben, wir holen ihn nicht mehr weg. Wenn er wieder bei uns aufläuft, bringen wir ihn zurück. Das Wissen, dass er dort ist und nicht platt auf irgendeiner Straße liegt beruhigt mich – die letzte Nacht war wieder sehr unruhig. Die Kosten für die Kastra und den Chip werden wir noch untereinander regeln – und dann heißt Tarik wahrscheinlich wieder Ben…

Stellt euch vor, nach 10 Tagen absoluter Funkstille saß Tarik gestern früh plötzlich vor unserer Esszimmerfensterbank und wollte rein. Ich saß gerade beim Frühstück und dachte erst, Nicki wäre auf die Fensterbank gehopst – so wie sie das immer macht, wenn sie herein will…
Tarik kam auch gleich herein und hat sich gern ein Schälchen servieren lassen – aber sonst war er ziemlich am fremdeln. Streicheln ja – aber auf meinen Arm ging er nur unter Protest. Und Udo fing sich bei der Begrüßung erstmal einen derben Pfotenhieb ein. Moritz wurde mit Katergeheul begrüßt… der ging dann auch lieber gleich raus.
Tarik saß noch einige Zeit vor unserer offenen Seitentür und war dann irgendwann wieder unterwegs.

Da sich seine Familie nicht mehr rührt, verbuchen wir unsere Kosten unter ‚Starthilfe für ein ganz besonderes Katerchen!‘ – das ist nun unsere Mitgift für ihn, damit er besser durch’s Leben kommt. Wer weiß, ob und wann ihn seine Leute hätten kastrieren lassen… Und wenn er beim Streunen aufgegriffen wird, landet er dank Tasso wieder bei uns…:-)

Ein Wiedersehen mit Tarik

Wir hatten heute einen ziemlich aufregenden Morgen…

Nach unserem Einkauf ganz zeitig heute früh ist Udo nochmal losgefahren, um für das kommende heiße Wochenende Eis zu kaufen. Kaum war er fort, war er schon wieder da – etwa einen Kilometer von hier, kurz vorm Industriegebiet an einem Bahnübergang, war ein magerer Siamkater vor seinem Auto ganz langsam auf den Bahnschienen über die Straße gewechselt…

Udo fuhr an die Seite, stieg aus und ging ihm ein Stück weit nach – nach längerem Zögern ließ er sich von Udo locken, legte sich auf eine Holzschwelle in die Sonne und ließ sich anfassen. Udo meinte gleich, unseren kleinen Zigeuner Tarik wiedererkannt zu haben – also stieg er wieder ins Auto und brauste nach Hause…

Wir haben unser Frühstück erstmal stehen lassen, haben Lieblingsfutter und den Katzenkennel eingepackt und sind gleich wieder hingefahren. Wir mussten nur ein paar Metern an den Schienen entlanglaufen, da meldete der kleine Kerl sichauf unser Locken und Rufen aus dem hohem Gras am Bahndamm – sah das Futterschälchen und kam ohne Zögern zu uns, ging uns um die Beine, ließ sich streicheln und sogar auf den Arm nehmen…

Er war so verändert, so extrem schlank, fast mager – ich war mir nicht sicher, ob es wirklich Tarik war. Aber einmal auf dem Arm habe ich ihn im Nackenfell festgehalten und mit ein wenig Widerstand ließ er sich dann auch in den Katzenkennel setzen – das gefüllte Futterschälchen haben wir einfach mit hineingeschoben.

Unter Protestmaunzen ging es zurück nach Hause – dort haben wir ihn erst mal ganz für sich allein in den Schlafräumen laufen lassen – Futter, Wasser und Katzenklo dabei – damit er sich ein wenig beruhigen konnte. Das energische Maunzen hinter der geschlossenen Tür erinnerte schon an Tarik – aber der Rest?Ich zeige euch mal ein paar Bilder – schaut selbst…

Tarik am 10. Juli

Tarik am 10. Juli

Tarik am 21. März 2010

Tarik am 21. März 2010

Hättet ihr sicher sagen können, das ist er – oder das ist er nicht? Ich habe mich zu ihm gesetzt, mit ihm geschmust und gespielt – ich war mir immer noch nicht sicher. Die geringelten Schnurrhaare waren da, aber viel ausgebleichter als im Frühjahr… Beim Festhalten im Nackenfell hatte ich einen Chip unter seiner Haut gespürt, aber andere lassen auch chippen.
Er hatte ein paar Kletten im Bauchfell und am Schwanz, nicht mehr als Nicki und Moritz von ihren Feld-Spaziergängen mitbringen. Und er war zwar mager, auch im Gesicht – aber für eine schlanke Siam ist das völlig normal.
Das Katerchen vor mir war vermutlich kein halbverhungerter stämmiger Thai sondern eine normalgewichtige moderne schlanke Siam.

Typisch Siam

Typisch Siam

Wir haben auf die Schnelle zuende gefrühstückt, das Katerchen wieder in den Kennel gepackt – er erkundete in der Zwischenzeit das ganze Haus, ließ Nickis und Moritz‘ Futterschälchen unberührt stehen, ging durch die Klappe in den Keller und kam auf Rufen wieder zurück – und sind zu unserer Tierärztin, den Chip auslesen lassen.
Entweder war es Tarik-Ben, dann wollten wir ihn wieder zu seinem Zuhause bringen – oder es war ein fremder Siam, dann würden wir ihn zu seiner Fundstelle zurückbringen, damit er nach Hause finden konnte.

Als wir den Kennel öffneten, meinte unsere TA-Helferin voller Überzeugung, dass das niemals Tarik wäre, der sähe doch völlig anders aus. Aber einmal mit dem Chip-Leser übers Nackenfell brachte die Lösung… Es war eindeutig Tarik, unser kleiner Zigeuner! Kein Zweifel möglich. So hat sich der pummelig-stämmige Kater im Winterfell verwandelt – ein schmaler zarter Siamkater ist er geworden…

Wir haben ihn Nachhause gefahren, zu seiner Familie. Sie haben sich gefreut – und er auch…
Eine ganz zarte zierliche ältere Dame nahm in gleich auf den Arm und mit ins Haus, um ihn zu versorgen – sie machte sich Sorgen, weil man ihn so selten trinken sieht bei dieser Hitze.

Tarik, der kleine Zigeuner – der Name ist Programm…

Christina

2 Gedanken zu “Tarik, der kleine Zigeuner”

Eine Antwort maunzen

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